Helene stand draussen und lockte, aber das wilde Tier hörte nicht mehr. Drinnen jagten sich die Pferde und die Situation begann heikel zu werden. Der Hengst schnob weissen Schaum, der wie Rauch aus den Nüstern kam.

Helene wollte fliehen, denn die Szene flösste ihr Entsetzen ein. Sie hatte noch nie gesehen, wie die Naturmacht in lebendigen Körpern rast. Bis zum äussersten war sie erregt über diesen unverhüllten Ausbruch.

Sie dachte hinzulaufen und ihre Stute zu holen, aber sie fürchtete den wilden Hengst. Sie wollte forteilen und um Hilfe rufen, aber dann hätte sie ja Zeugen erhalten. Sie kehrte dem Auftritt den Rücken und beschloss zu warten.

Da war Pferdegetrappel auf der Landstrasse zu hören. Ein Wagen rollte heran.

Helene konnte nicht fliehen, und sie schämte sich zu bleiben. Aber es war zu spät, denn die Kalesche fuhr langsamer und stand unmittelbar vor ihr still.

– Aber das ist schön, sagte die eine Dame, die im Wagen sass, und nahm ihre goldene Lorgnette, um sich das Naturschauspiel, das jetzt in vollem Gang war, anzusehen.

– Aber warum halten wir denn, schrie die andere Dame. Fahren Sie doch weiter!

– Ist das nicht schön? antwortete die ältere Dame.

Der Kutscher lächelte in seinen grossen Bart und trieb die Pferde an.

– Du bist so prüde, meine liebe Amalie, sagte die erste Stimme. Für mich ist es wie ein Gewitter oder eine Sturzsee ...