Am nächsten Tage hatte er Feuer im Leib von all den starken Getränken, die er vertilgt; er ging hin und nahm ein warmes Bad, denn er sollte sich am dritten Tag verheiraten.

Die Hochzeitsgäste waren gegangen, die Dienstboten hatten im Esssaal abgedeckt, sie waren allein.

Helene war verhältnismässig ruhig, er aber war recht nervös. Ihre Verlobungszeit war in ernsten Gesprächen hingegangen; nie waren sie wie andere Verlobte gewesen, hatten einander nicht umarmt, einander nicht geküsst. Jedes Mal, wenn er sich ihr hatte nähern wollen, hatten Helenes kalte Blicke ihn entwaffnet. Aber er liebte sie, wie ein Mann eine Frau liebt: sowohl körperlich wie seelisch.

Sie gingen auf dem Teppich des Salons auf und ab und suchten nach einem Gesprächsstoff. Aber ein eigensinniges Schweigen herrschte. Die Lichter der Krone waren niedergebrannt, und das Stearin tropfte in langen Tropfen über die Manschetten. Das Zimmer war von dem Geruch der Speisen und den Dünsten der Weine erfüllt, und auf dem Spiegeltisch lag das Bukett Helenes und sandte betäubende Düfte von Nelke und Heliotrop aus.

Schliesslich blieb er vor ihr stehen, streckte die Arme aus und sagte in gekünsteltem Ton, der ungezwungen klingen sollte:

– Und jetzt bist du mein Weib!

– Was willst du damit sagen? war Helenes schroffe Antwort.

Er wurde ganz entwaffnet und liess die Arme sinken. Dann aber ermannte er sich und sagte mit verlegenem Lächeln:

– Ich will damit sagen, dass wir Mann und Weib sind.

Helene sah ihn an, als sei er berauscht, und antwortete: