Ein vierfaches schallendes Hohngelächter schmetterte gegen die Fensterscheiben, gerade als er die Schnur der Rollgardine ziehen wollte.

Ja, wirklich, man lachte!

Ausser sich taumelte er ins Zimmer zurück und stiess gegen den Schreibtisch. Er war lächerlich. Ein leiser Hass gegen die Frau, die diese demütigende Szene verschuldet, begann in ihm zu keimen, aber seine Liebe sprach sie wieder frei. Dann warf er sich über die schelmischen Spassvögel, die er vor den Senat bringen wollte. Doch immer kam er auf sich selber zurück, und er war wütend, dass er sich hatte nasführen lassen.

Bis gegen Morgen ging er im Zimmer auf und ab, dann fiel er auf sein Bett und schlief ein, in bitterer Trauer über ein solches Ende seines Hochzeitstages, des schönsten Tages seines Lebens, der auch der seligste hätte werden sollen.

Am nächsten Tage traf er Helene am Kaffeetisch. Sie war kalt und vornehm wie gewöhnlich. Albert wollte sich natürlich von der Serenade nichts merken lassen. Helene sprach von grossen Plänen für die Zukunft, besonders über die Aufhebung der Prostitution. Albert war entgegenkommend und versprach, zu tun, was in seiner Macht stehe. Die Menschen müssten keusch werden, denn nur die Tiere seien unkeusch.

Dann ging er in seine Vorlesung. Da er durch die Serenade misstrauisch geworden war, glaubte er beim Auditorium allerlei Mienenspiel zu bemerken, und die Kollegen schienen ihm auf eine Art zu gratulieren, die ihn kränkte.

Ein grosser, fetter, lebensfreudiger Kollege stellte sich ihm im Flur der Bibliothek in den Weg, packte ihn beim Kragen und fragte mit kolossalem Grinsen:

– Nun?

– Schäme dich! war das einzige, was er antworten konnte, indem er sich losriss und auf der Treppe verschwand.

Als er nach Haus kam, war das Heim voll von Freundinnen. Frauenröcke schlugen Albert um die Beine, und als er sich in einen Sessel setzte, verschwand er hinter Frauenkleidern.