Albert nahm sie in seine Arme, drückte sie an sich und küsste ihr Gesicht.
– Bist du mein Weib oder bist du es nicht? flüsterte er.
– Ich bin dein Weib, hauchte Helene, und ihr Körper fiel zusammen, als seien alle Nerven zersprungen.
– Ganz und gar? flüsterte er, während er sie mit seinen Küssen paralysierte.
– Ganz und gar, ächzte sie, während sich ihr Körper in unbewussten Konvulsionen wand, als wolle sie sich im Traum gegen eine Gefahr wehren.
Als Albert am nächsten Morgen erwachte, erwachte er klar, ausgeschlafen, bei vollem Bewusstsein. Seine Gedanken waren stark und bestimmt wie nach einem guten tiefen Schlaf. Das Ereignis des gestrigen Tages stand ihm lebendig vor Augen. Der wahre Sachverhalt trat vor, unbestechlich, nüchtern, bestimmt.
Sie hatte sich verkauft!
Gegen drei Uhr hatte er, berauscht, blind, wahnsinnig, wie er war, versprochen, ihren Antrag im Reichstag einzubringen.
Und der Preis! Ruhig, kalt, unbeweglich hatte sie ihn empfangen.
Wer war die erste Frau, die erfand, das sie ihre Gunst verkaufen kann? Und welche Frau entdeckte, dass der Mann kaufen will? Diese Frau hat die Ehe und die Prostitution gestiftet. Und man behauptete, Gott habe die Ehe gestiftet!