Er sah seine Erniedrigung und ihre! Sie wollte über ihre Freundinnen triumphieren, dass sie die erste Frau sei, die in die Gesetzgebung eingegriffen; um diesen Triumph zu erreichen, hatte sie sich verkauft.

Aber er wollte sie entlarven. Er wollte ihr zeigen, wer sie war. Er wollte ihr sagen, die Prostitution könne nicht abgeschafft werden, solange die Frau ihren Vorteil dabei finde, sich zu verkaufen.

Und mit dem Entschluss kleidete er sich an.

Als er in den Esssaal kam, musste er eine Weile warten. Er dachte sich aus, was folgen würde, und ermannte sich, ihr zu begegnen.

Dann kam sie! Ruhig, lächelnd, triumphierend; aber schöner, als er sie je gesehen. Ein dunkles Feuer brannte in ihrem Auge, und er, der erwartet, sie werde wie eine Neuvermählte die Blicke niederschlagen und erröten, war vernichtet. Sie, sie spielte die siegreiche Verführerin und er war der schüchterne Verführte.

Die Worte, die er hatte sagen wollen, kamen nicht über seine Lippen; er stand auf, besiegt, ging ihr demütig entgegen und küsste ihr die Hand.

Sie konversierte wie gewöhnlich, ohne anzudeuten, dass ein neues Moment in ihr Leben eingetreten war.

Als er dann ihr Schriftstück in den Reichstag trug, raste er innerlich, aber der Gedanke an die künftige Seligkeit beruhigte ihn wieder.

Als er dann abends ganz kühn an Helenes Tür klopfte, war sie verschlossen.

Sie blieb drei Wochen geschlossen. Wie ein Hund kroch er vor ihr, gehorchte jedem Wink von ihr, tat alles, was sie wünschte, vergebens.