Da brach seine Empörung los, und er sagte ihr alles. Sie antwortete scharf. Als sie aber sah, dass sie zu weit gegangen war, dass er seine Kette abfeilte, ergab sie sich ihm.
Und er trug seine Kette. Er biss in sie, er riss an ihr, aber sie hielt.
Bald lernte sie, wie weit sie gehen durfte, und wenn es ihm zuviel zu werden schien, gab sie nach.
Er bekam eine fanatische Sehnsucht, sie als Mutter zu sehen. Das wird sie vielleicht zum Weib machen, dachte er; das wird die gesunde Natur hervorlocken.
Aber sie wurde nicht Mutter.
Hatte der Ehrgeiz, der selbstsüchtige Brand des Individuums, die Quelle des Lebens verzehrt? Das konnte er nicht wissen.
Eines Tages teilte sie ihm mit, sie müsse auf einige Tage zu Verwandten reisen.
Als Albert abends nach ihrer Abreise heimkehrte und das Haus leer sah, überfiel ihn ein grausames Gefühl der Leere, der Sehnsucht. Jetzt wurde ihm klar, wie sein ganzes Wesen von Liebe zu ihr durchwebt war. Die Zimmer waren öde; es war wie nach einem Begräbnis.
Ihr Platz am Tisch war leer, und er ass beinahe nichts.
Nach dem Abendbrot steckte er die Krone im Salon an. Er setzte sich auf ihren gewöhnlichen Platz ins Sofa; er nahm ihre zurückgelassene Handarbeit – eine Kinderjacke, für ein unbekanntes Kind in einer neugegründeten Kinderkrippe bestimmt. Da sass noch die Nadel. Er stach sich damit in den Finger, als wolle er fühlen, wie süss der Schmerz sei.