– Das gehört sicher der gnädigen Frau, sagte sie zögernd.

Adele sah zuerst das Weib an, dann ihren Mann, der mit aufgerissenen Augen seine Kette betrachtete.

– Nein, das gehört dem Herrn! sagte sie und nahm der Frau das Halsband ab. Hab Dank! Der Herr gibt dir wohl Finderlohn.

Der sass blass und unbeweglich da.

– Ich habe kein Geld, wende dich an meine Frau, sagte er und nahm das Halsband.

Seine Frau holte eine Krone aus ihrer grossen Geldtasche und reichte es dem Weibe, das sich entfernte, augenscheinlich, ohne etwas zu begreifen.

– Das hättest du mir doch ersparen können! sagte er schmerzlich.

– Bist du nicht Manns genug, für deine Worte und Handlungen einzutreten? Schämst du dich, ein Geschenk von mir zu tragen, während ich deine trage? Eine Memme bist du! Und das will ein Mann sein!

Seit diesem Tag war der Friede des Mannes aus. Wohin er kam, kicherten Gesichter, und Mägde wie Knechte konnten hinter den Ecken „Der Stier! Der Stier!“ rufen, wenn er vorbeiging.

Die Frau wollte nach einer Auktion reisen und acht Tage fortbleiben. Der Mann sollte während der Zeit ein Auge auf die Leute haben.