Bald ist die junge Frau wieder auf den Beinen. Sie ist wieder wie ein Mädchen geworden, schmal um die Taille wie eine Gerte, etwas blass allerdings, aber das kleidet sie.

Der Schwiegervater kommt und spricht mit Ludwig unter vier Augen.

– Nun kommst du vorläufig aber nicht mit mehr Kindern, sagt er; sonst bist du ruiniert.

– Welche Sprache von einem Vater! Man ist doch verheiratet! Liebt man einander nicht! Soll man keine Kinder haben?

– Doch, aber man muss auch Brot für die Kinder haben! Lieben, das möchten wohl alle jungen Menschen, spielen, ins Bett kriechen, sich belustigen; aber die Verantwortung!

– Der Schwiegervater ist auch Materialist geworden. O welch eine erbärmliche Zeit. Keine ideale mehr!

Das Haus war unterminiert. Die Liebe lebte, denn die war stark, und die Herzen des jungen Paares waren weich. Aber der Gerichtsvollzieher war nicht weich. Pfändung stand bevor und Konkurs drohte. Dann lieber noch Pfändung!

Der Schwiegervater kam mit einem grossen Reisewagen, um seine Tochter und seine Enkelin abzuholen. Dem Eidam verbot er, sich zu zeigen, bevor er Brot habe und seine Schulden bezahlen könne. Zu seiner Tochter sagte er nichts; als er sie aber nach Haus brachte, war es ihm, als bringe er eine Verführte zurück. Er hatte sein unschuldiges Kind einem jungen Herrn auf ein Jahr ausgeliehen, und nun erhielt er es „entehrt“ zurück. Sie wäre wohl gern bei ihrem Mann geblieben, aber sie konnte mit ihrem Kinde doch nicht auf der Strasse wohnen!

So musste Herr Ludwig allein zurückbleiben, um zu sehen, wie seine Häuslichkeit geplündert wurde. Aber es war ja nicht seine, da er sie nicht bezahlt hatte. Huh! Die beiden Herren mit Gläsern nahmen die Betten und das Bettzeug; sie nahmen die kupfernen Kasserollen und die blechernen Gefässe; Tischservice und Kronen und Leuchter: alles, alles!

Und als er dann allein in den beiden Zimmern stand, o wie leer, wie jammervoll! Wenn er nur sie noch gehabt hätte! Was aber sollte sie hier in den leeren Zimmern machen! Nein, dann war es noch besser, wie es war. Ihr selber ging es ja gut!