– Der Teufel mag sich verheiraten! Man hat doch genug Sorgen! Und warum verheiratest du dich nicht? wies ihn der Lehrer ab.

– Oh, ich habe ja meine alte Stafva, antwortete der Buchhändler, der eine Menge Antworten auf eine Menge Fragen stereotypiert hatte.

– Ich bin glücklich verheiratet gewesen, sagte der Pole. Aber meine Frau ist jetzt tot, huh!

– Ist sie das, ahmte der Lehrer ihm nach; und der Herr ist Witwer, wie reimt sich das?

Der Pole verstand die Wendung nicht, nickte aber beifällig. Der Lehrer fand, dass die beiden anfingen, ihn zu ermüden. Das Gespräch drehte sich immer in derselben Richtung, um dieselben Dinge; und er konnte ihre Antworten auswendig.

Als er aufstand, um sich eine Zigarre aus seinem Überrock, der draussen im Flur hing, zu holen, eilte der Buchhändler nach der Rumpelkammer und holte das Paket des Lehrers. Da es nicht versiegelt war, hatte er es bald aufgemacht, und rollte nun ein prächtiges amerikanisches Nachthemd auf; das hängte er sorgfältig über den Stuhl des Lehrers.

Huh! sagte der Pole und grinste, als habe er etwas Garstiges gesehen.

Der Wirt, der einen guten Scherz liebte, legte sich auf den Ladentisch und lachte laut; der Kellner blieb im Saal stehen, und bald steckte eine Köchin den Kopf durch die Klappe.

Als der Lehrer wieder hereinkam und den Scherz sah, wurde er blass vor Wut; er hatte sofort den Buchhändler in Verdacht; als er aber Gustav in einer Ecke stehen und lachen sah, kam ihm wieder eine fixe Idee: Er rächt sich! Und ohne ein Wort zu sagen, riss er das Hemd an sich, warf Geld auf den Ladentisch und ging!

Von diesem Tage an liess sich der Lehrer nicht mehr bei Rejners sehen. Der Buchhändler wollte wissen, dass er in einem Restaurant seines Viertels ass. Das tat er auch! Aber er war tief missvergnügt! Das Essen war ja nicht schlecht, aber es war nicht so zubereitet, wie er es gewohnt war. Die Kellner waren nicht aufmerksam. Oft dachte er nach Rejners zurückzukehren, aber sein Stolz verbot es ihm. So war er aus seinem Heim hinausgeworfen; so war eine vieljährige Bekanntschaft in fünf Minuten gebrochen worden.