– Sechs Jahre!

– Findest du das Verheiratetsein langweilig?

– Anfangs war es ja etwas fade; als aber die Kinder kamen, konnte man wieder atmen.

– Nein, was du sagst? Es ist merkwürdig, dass ich keine Kinder bekomme.

– Das ist nicht deine Schuld; ist aber leicht zu ändern. Schick deine Frau zum Arzt!

Er sprach vertraulich mit der Frau, und sie ging zum Arzt.

Sechs Wochen später war es so weit.

Jetzt kam ein anderes Leben ins Haus! Oh, wieviel war da zu tun! Auf dem Tisch des Salons lagen Kinderkleider umher, die unter das Photographiealbum geschmuggelt wurden, wenn jemand in die Tür trat. Und sie kamen wieder zum Vorschein, wenn man sah, dass nur er es war, der kam. Und dann musste man einen Namen für ihn finden. Denn ein Junge musste es werden. Und dann musste man die „Frau“ konsultieren, und medizinische Bücher kaufen, und eine Wiege und Bettzeug.

Das Kind kam! Und siehe da, es war ein Junge!

Als er „den kleinen Pavian, der nach Butter roch“ an diesen Brüsten, die bisher nur sein Spielzeug gewesen, liegen sah, da lernte er in seiner kleinen Frau die Mutter kennen; und als er sah, wie die grossen Pupillen das Kind so tief ansehen, als schauten sie in die Zukunft hinein, da verstand er, dass doch etwas Tiefes in den Augen lag; ja das war tiefer, als sein Theater und seine Religion verstehen konnten. Und jetzt flammte all das Alte, das liebe, erste Alte wieder auf, und es kam mit etwas Neuem, das er geahnt, aber niemals verstanden hatte.