– Was sollte sie sagen?
– Hat sie heute nacht ruhig schlafen können?
– Warum sollte sie das denn nicht?
– Ich weiss nicht, aber es hätten ja Ratten sein können, die an den Dielen knapperten; oder eine alte Bodenluke, die knarrte; man kann nicht wissen, was den süssen Schlaf einer alten Mamsell beunruhigt.
– Wenn du nicht still bist, so mache ich die Schot fest und segle dich in die See!
Sie landeten an einem kleinen Holm und nahmen aus einem Körbchen ein Mittagsmahl. Dann schossen sie mit dem Revolver nach der Scheibe. Darauf legten sie Angelruten aus und taten so, als angelten sie, aber es biss nicht; und dann segelten sie wieder, auf die freien Meeresflächen hinaus, wo die Eidergänse strichen; in einen Sund hinein, wo die Hechte im Schilf schlugen, und dann wieder hinaus. Er wurde es nicht müde, sie zu sehen, mit ihr zu plaudern, sie zu küssen, wenn er konnte.
So trafen sie sich sechs Sommer, und immer waren sie ebenso jung, immer ebenso toll, und sie waren glücklich. Im Winter sassen sie in Stockholm in ihren kleinen Kajüten. Und dann takelte er Boote für die jungen auf oder belustigte sie mit Abenteuern aus China und den Südseeinseln, und seine Frau sass dabei und hörte zu und musste lachen über seine drolligen Geschichten. Und es war ein entzückender Raum, der nicht seinesgleichen hatte. Da hingen japanische Sonnenschirme und Rüstungen, ostindische Miniaturpagoden, australische Bogen und Lanzen; Negertrommeln und gedörrte fliegende Fische, Zuckerrohr und Opiumpfeifen. Und Papa, der anfing kahl zu werden, fühlte sich ausserhalb der Häuslichkeit nicht wohl. Manchmal spielte er Brett mit seinem Freund, dem Auditor, und manchmal leistete man sich ein Spielchen Boston und einen mässigen Grog. Früher hatte seine Frau mitgespielt, nachdem sie aber vier Kinder bekommen, hatte sie keine Zeit mehr; sie sass aber gern ein Weilchen dabei und guckte in die Karten, und wenn sie an Papas Stuhl kam, fasste er sie um den Leib und fragte sie, ob er sich über seine Karten freuen könne.
Die Korvette sollte dieses Mal sechs Monate fortbleiben. Dem Kapitän war es unheimlich, denn die Kinder waren erwachsen und für Mama war es etwas schwer, den weitläufigen Haushalt zu besorgen. Und der Kapitän war nicht mehr so jung und nicht ganz so lebendig mehr wie früher, aber – es musste geschehen, und er fuhr ab.
Schon bei Kronborg gab er den ersten Brief auf, der also lautete:
Meine liebe geliebte Toppnant!