Und Ahasverus stand da mit leeren Händen. Die Nacht wurde unendlich groß von peinvoller Stille.
„Uh! . . . Uh!“ rief endlich die Lockstimme, mit einem schelmischen Trällern.
Ahasverus rührte sich nicht, obgleich die Lust in seinem Leibe brannte; mürrisch in sich selbst verschlossen, tat er, als hätte er niemals von Meerweibchen gehört; nur sein Blick lebte in seinem düsteren Gesicht, denn er sah die göttliche Weichheit dieses schneeweißen Wunders langsam auf sich zuschwimmen, nachlässig und faul sich räkelnd; um ihre Hände und den gewellten Rücken glitt bisweilen ein Phosphorglanz; sie blickte zu Ahasverus hin wie ein schmollendes Kind, das doch lächeln möchte.
Als sie dicht vor ihm wiegelte, erschien sie wieder anders: ihr Fleisch hatte die Farbe sonnenvergoldeter weißer Trauben, ihr schwarzes Haar stand wie ein Helm und fiel nieder in wilden Ringeln, ihre Augen waren harte Steine voll dunklem Wechselglanz; und diese Augen riefen ihn, riefen ihn, aber Ahasverus rührte sich nicht.
Da sang sie für ihn dieses Lied:
„Du hast mich gesucht und hast mich gefunden, es konnte ja nicht anders sein. Und willst du es auch nicht wissen, — mich hast du begehrt, mich begehrst du.
Denn ich bin das Göttliche, das man besitzen kann.
Ich bin der Baum des Lebens. Meine Früchte schmecken nicht nach Gut oder Böse, sie haben den Schmack des Göttlichen.“
Sie schwieg einen Augenblick, und ihre Gedanken schienen zu anderen Zaubersprüchen abzuschweifen:
„Ich brauche dich, um ganz glücklich zu sein.