— Dein Tod ist Lüge . . . Meine Flamme wird deinen Tod verzehren . . .

— Ich schlepp dich mit, ich muß dich haben . . . Sieh mich an . . . entschlüpf mir nicht! . . .

— Ich will dein verblühtes Fleisch zermalmen in deinem Kot . . . Dein Tod ist Lüge . . . deine Augen sind Lüge, deine einfältigen Fleischaugen . . . O, die Deinen, Christus! Christus! . . .“

Ein unmenschlicher Schrei gellte durch den Wald, das Meerweib rang noch einen Augenblick seine blutenden Hände, während es sich wie toll in den Arm biß, und sank zurück in die Nacht.

Ahasverus lag allein, keuchend, in der dunklen Totenstille voll von Gerüchen verwesender Teiche. Sein Herz lastete schwer in ihm, wie eine zu reife Frucht: es blieb ihm nichts als Ekel übrig und Haß. Warum lebte er noch? Warum hatte er jenen Namen ausgestoßen? Warum konnte er den nicht ausspeien für immer? —

Und langsam kam nun, mit sanftem Windessäuseln in den Kronen und erwachendem Vogelgezwitscher, die feuchte Graue des Morgens, und dann der Morgen selbst, grausig in seiner Stille, ein Licht, das ohne Hast, aber unabwendbar wuchs, die Weite des Raumes einnahm und durch das dichteste Laub etwas von seiner Klarheit niedersickern ließ. Und mit diesem Licht wuchs in Ahasverus die Angst.

Tiefer noch, tiefer in den Wald hinein! In die grüne Nacht . . .

Aber er wußte es nun wohl, daß das, dem er entfloh, in ihm selbst war; wie er seine Brust auch aufreißen mochte, es lebte da, wie das fürchterlich stille Licht von zwei Augen . . .

Und eine folternde Frage war aus seiner gebrochenen Seele aufgestiegen:

„Wenn es nichts anderes gibt, warum dann dein Rasen?“