Übrigens war die carlistische Armee späterhin oft sehr gut uniformirt; so stets die Divisionen beim Ausmarsch zu Expeditionen. Die Uniform bestand aus dem Überrock, der ohne Jacke etc. getragen wurde, rothen Beinkleidern, dem Barett mit wollenen Quasten; die Officiere trugen dunkelblaue Überröcke und darüber die beliebte zamarra, eine elegante Jacke aus schwarzem Lämmerfell mit seidenen Schnüren; die Quasten ihrer Baretts waren von Gold oder Silber. Das Gepäck der Soldaten, wie der Officiere war sehr einfach, da selbst diese Effecten von den Bedienten getragen werden mußten: nur die Capitains durften ein Pferd mit sich führen. — Die christinische Armee war eben so uniformirt; trug aber größtentheils weißes Lederzeug und, oft einzige Unterscheidung der streitenden Corps, Czako’s oder französische Mützen. — Die Bekleidung der spanischen Armee in Friedenszeit ist äußerst geschmackvoll. Während des Krieges fehlte es oft an Allem.
[4] „Königliche Freiwillige“: unter Ferdinand etablirt, den National-Garden der christinischen Regierung entsprechend, aber mit gerade entgegengesetzter Richtung, übrigens weit zahlreicher als diese, wiewohl sie alle freiwillig, die liberalen Nationalen großentheils gezwungen die Waffen trugen.
[5] Die baskischen Provinzen und Navarra werden in Spanien gewöhnlich nur durch „las provincias“ bezeichnet.
[6] Er ist erbitterter Feind Espartero’s.
[7] Sie durchzogen Frankreich, die Waffen auf Wagen mit sich führend.
III.
Von einigen Freiwilligen geleitet trat ich am Morgen des 26. Mai’s den Marsch nach Irun an, wobei wir das französische Gebiet, dessen Gränze unserer Richtung im Allgemeinen parallel lief, mehrfach auf kurze Strecken durchkreuzten, augenscheinlich mit vieler Vorsicht und Scheu meiner Reisegefährten. Der Weg schien absichtlich über die schroffsten und zerrissensten Theile des Gebirges geführt zu sein und ward bisweilen so steil, daß er wie eine Treppe mit Stufen in den Felsen gehauen war. Mit Mühe nur konnte ich, des Bergsteigens noch ganz ungewohnt, den rüstigen Guiden folgen und die Ermüdung ihnen verbergen, welche mich fast besiegte. Da fühlte ich mich denn recht à mon aise, als ich, in dem zum Nachtquartier ausersehenen Dörfchen mit der echten Gastfreiheit der Gebirgsbewohner vom Alcalde aufgenommen, im hölzernen Lehnstuhl auf dem Balkon mich dehnte und von der freundlichen Wirthin kredenzt den Apfelwein im bunten Glase mir dargereicht sah.
Früh am folgenden Tage, da ich zum Aufbruch mich rüstete, überraschte mich der Anblick eines langen Zuges schwarzgekleideter Weiber: es waren die Bewohnerinnen des Dorfes, welche, wie ich später erfuhr, stets zur Messe die niedliche schwarze Mantilla von Seide sich anlegen. Der Marsch brachte eben die Mühseligkeiten wie am Tage zuvor, bis wir am Mittag auf den Gipfel der letzten von Irun uns trennenden Kette anlangten. Vor uns dehnte eine kleine, reich bebaute Ebene sich aus, von dem Meere begränzt, welches in unabsehbare Ferne einem leuchtenden Spiegel gleich sich erstreckte; zur Rechten entwand sich die Bidassoa den engenden Felswänden und erschien rasch erweitert als mächtiger Meeres-Arm. Dort ward die Brücke von Behobia sichtbar, deren von den Christinos besetzte Caserne die Unsrigen so oft vergebens angegriffen, da die unmittelbare Nähe des französischen Bodens die Entfaltung der nöthigen Angriffsmittel nicht erlaubte. Links erhoben sich wieder die Gebirge, welche die Aussicht nach San Sebastian und in das Innere Guipuzcoa’s schlossen, während zu unseren Füßen das reiche Irun lag und einige tausend Schritt entfernt, näher der Mündung der Bidassoa, Fuenterrabia, die fons rapida der Römer, in dem die Carlisten ein festes Gebäude als Fort eingerichtet, da die regelmäßigen Befestigungen des einst bedeutenden Platzes von den Kriegern der französischen Republik gesprengt wurden.