España benutzte dagegen trefflich die Fehler des feindlichen Anführers; er nahm die feste Stadt Moyá und führte die männlichen Bewohner gefangen fort, da die Garnison sie gezwungen hatte, gleichfalls die Waffen zu ergreifen und die beiden Forts zu vertheidigen; ein Theil der Stadt ward bei dem Angriffe eingeäschert. Dann eroberte er das eben so hartnäckig vertheidigte Copons und zog in Castell-Tresols ein, welches ihm die Thore öffnete.

Valdés, an Geld und Hülfsquellen eben so Mangel leidend, wie sie dem Grafen im Überfluß zuflossen, und nur reich an Soldaten, die er nicht zu benutzen verstand, wagte kaum noch, im Felde sich zu zeigen, und erwartete mit Ungeduld die Verstärkungen, welche ihm von Espartero zugesagt waren. Solsona selbst, durch seine Lage wichtig und bedeutende Festung, die de Meer den Carlisten abgenommen hatte, schon lange eng blokirt, war im Begriff, sich zu ergeben, da es ganz an Lebensmitteln fehlte und Valdés nicht zum Entsatz anrückte. Das Fürstenthum war der That nach dem Grafen de España unterworfen und duldete willig eine Herrschaft, die, auf strenge Gerechtigkeit basirt, so sehr die traurige Lage der Einwohner erleichterte; die Christinos geboten nur noch da, wo sie gerade standen, und wagten nur in starken Colonnen das Land zu durchkreuzen, in dem der einzelne Carlist ruhig die Befehle seines Generals ausführen durfte.

[95] In Catalonien besaßen die Christinos nicht weniger als hundert und einige zwanzig feste Punkte. Es ist einleuchtend, wie solche Zersplitterung ihrer Macht die Offensive paralysiren mußte; dagegen hinderten sie auch sehr die Fortschritte der Carlisten.

[96] Diese doppelten Behörden waren erst eingeführt, seit der Graf de España das Commando der Carlisten übernommen hatte. Früher wären sie schwerlich so verschont geblieben.

[97] Früher erwähnte ich, daß die catalonische Sprache, der französischen, italienischen und spanischen gleich verwandt, von den Castilianern nicht verstanden wird. Einzelne gothische Worte und Wendungen finden sich auch in ihr.

[98] Gegen das Ende des Jahres 1839 gestanden selbst die Feinde ein, daß das Heer des Grafen von España nur mit der königlichen Garde Ferdinand’s VII. verglichen werden könne.

XXX.