[68] In der carlistischen Armee ward der Tod von Pardiñas, über den die christinoschen Lärmmacher lautes Geschrei erhoben, gewöhnlich erzählt, wie General von Rahden in seinem Werke ihn wiedergiebt: daß Pardiñas durch Rufo, dieser durch den Grenadier gefallen sei. — Doch bin ich von der Genauigkeit meiner Version überzeugt, da ich sie von mehreren unterrichteten Augenzeugen empfing; so von dem Oberst Don Eliodoro Gil, später Gouverneur von Cañete, der bei Maella die Lanciers von Tortosa befehligte und hohen Antheil an dem Siege hatte.

[69] Capitain Bessieres, der Einzige, welcher bei der Vertheidigung von Morella die Arbeiten leitete, war, dem Heere der Nordprovinzen angehörend, mit dem Grafen Negri und Don Basilio dorthin zurückgekehrt.

[70] Der Hauptanführer bei derselben, Sergeant Lucas, welcher bis in das Schlafgemach der Königinn Wittwe drang, ging bekanntlich nachher zu den Carlisten über, zeichnete sich sehr aus — er nahm Theil an der Escalade von Morella — ward Officier und wurde dann gefangen und füsilirt.

[71] Der commandirende General im Königreiche Valencia sogar, General Mendez Vigo, wurde ermordet.

XXV.

Seit langer Zeit war Cabrera’s Streben darauf gerichtet, durch Kauf mit Waffen sich zu versehen. Alle die Gewehre, welche seine Armee besaß, waren den Händen des Feindes entrissen, der größtentheils aus den britischen Zeughäusern sie erhalten hatte, und die Zahl der fortwährend erbeuteten mochte wohl den täglichen Abgang ersetzen — der unter den obwaltenden Verhältnissen ungeheuer war, da kein Kunstverständiger bei den Bataillonen sich befand, der den etwaigen Schaden sofort ausgebessert hätte — aber unmöglich konnten sie zu der Bewaffnung der zahllosen Rekruten hinreichen, welche von allen Seiten den Fahnen Carls V. zuströmten. Die so eben in Villarluengo etablirte Gewehrfabrik, noch in ihrer Kindheit und an Arbeitern Mangel leidend, konnte sehr wenig leisten.

So bildete denn Cabrera aus jenen Rekruten zwölf starke Bataillone, die vollkommen organisirt und exercirt wurden, um, sobald sie bewaffnet wären, zu den Operationen zugezogen zu werden. Leider sollte das Ende des Krieges sie fast alle in eben dem Zustande der Wehrlosigkeit finden, in dem sie ein Jahr vorher sich befanden, da alle Versuche des Generals, aus England und Frankreich Waffen sich zu verschaffen, an der Wachsamkeit der feindlichen Kreuzer und mehr noch an der Nachlässigkeit und der Gewissenlosigkeit der Agenten scheiterten.

Schon waren vier starke Transporte aufgefangen. Da endlich schien das Glück auch hierin Cabrera wohl zu wollen — und was hätte es Größeres für ihn thun können! —: ein mit zehntausend Gewehren von England abgesegeltes Fahrzeug erschien im Februar 1839 an der Küste von Catalonien, südlich vom Ebro, wohin schon sämmtliche Rekruten dirigirt waren. Aber das Meer ging unruhig, so daß das Schiff nicht der Küste sich nähern konnte, und der Eigner weigerte sich, dem Wunsche Cabrera’s gemäß, gegen vollständige Entschädigung es auf den Strand laufen zu lassen. Der Stiefvater des Generals, ein alter Seemann, der die carlistische Marine, einige große Kähne, befehligte, wagte es endlich, zu dem Schiffe hinüberzufahren, und brachte zweihundert schöne Gewehre ans Land; das Unwetter machte jeden weiteren Versuch unnütz. Am folgenden Tage sprang der Wind um, das Fahrzeug ward genöthigt, weiter in’s hohe Meer hinauszusegeln; zwei Guardacostas nahmen es unter den Augen Cabrera’s und führten es nach Barcelona.