Sehenswerth ist die Schlackenburg (Restauration und camera obscura), ein eigenthümlicher Bau mit vielen kleinen Zimmern, aufgeführt von einem einzigen Mann in mehr als 20 Jahren aus Ziegelschlacken und Feldsteinen.

Von der Plattform eine der reizendsten Rundsichten über das Thal zwischen dem Erz- und Mittelgebirge. Ebenso bieten die Restaurants *Bella vista und *Belvedère prächtige Fernsichten. Hier ist auch das Schiesshaus der über 300 Jahre alten Schützengesellschaft mit einer interessanten Autographensammlung und dem Memorialbuch. An dem Vogel- und Scheibenschiessen können sich auch Fremde betheiligen. Nahe an demselben wird in dem Kesselhause der Dampf erzeugt, der die im Schachte der Urquelle eingebauten Maschinen treibt.

2. Die *Stefanshöhe in Schönau mit einer lohnenden Aussicht über die Stadt.

3. Der Turnerpark bei dem mit Teplitz zusammenhängenden grossen und wohlgebauten Dorfe Turn, ¼ St. nordwestl. von Teplitz auch zugleich an Schönau anstossend. Er hat mächtige Buchen und Eichen und bietet daher angenehmen Schatten, ist sehr anmuthig und im englischen Geschmack angelegt. Hinter der auf einer Anhöhe stehenden Restauration ist eine sehenswerthe Porphyrgruppirung, anschliessend beginnt die Kalkformation.

4. Von da, an der Schwimmschule vorüber und durch den Ort Turn kommt man zu einem Promenadenweg, der nach *Probstau (¾ St. nördlich von Teplitz) führt. Er ist reich an landschaftlichen Reizen, besonders in der Nähe des Angerteiches. Probstau ist wegen seines grossen, schattigen Waldparkes und der guten Restauration (Café) immer sehr besucht.

5. Vom Schlossplatz, durch die Jägerzeile, beim Mauthhaus links und den Berg hinan führt der Weg auf die *Bergschenke (½ St.), Restauration mit sehr lohnender Aussicht über das Teplitzer Thal. Die zahlreich erwähnten Aussichten unterscheiden sich sehr von einander durch die Abwechslung, die sie stets bieten. An die Bergschenke stösst der wenig gepflegte Galgenbusch. Verfolgt man den Katharinasteg und einen durch zahlreich auf einander folgende rothe Punkte, die an Bäumen und Steinen angebracht sind, bezeichneten Waldung, so erreicht man die *Helm's Ruhe (nach dem Teplitzer Bürger Anton Helm benannt). Man wird hier durch ein herrliches Panorama, das von den früheren Aussichten wesentlich verschieden ist, angenehm überrascht sein. Der etwa 1000 Schritte von der Restauration (Bergschenke oder Bergschlösschen) entfernte 379m hohe *Wachholder-Berg bietet eine grossartige Rundschau. Eine Menge Ortschaften werden durch die Höhen des Mittelgebirges und den weiten Bogen des Erzgebirges begrenzt.

Eine wiederum schöne Rundsicht bietet *der Schlossberg (½ St.). Man erreicht ihn, wenn man durch Schönau, am Neubad vorbei, eine breite Strasse geht, die bis an seinen Fuss führt. Man kann entweder auf schönen Promenadenwegen oder der neugebauten, an Serpentinen reichen Strasse hinauf gelangen.

Auch kann man die bei dem verfallenen Thore am Fusse befindlichen Esel benutzen. Der Berg selbst, eine auf Basalt und Porphyr gelagerte Phonolythmasse, wird von einer Burg gekrönt. Ihre Gründungszeit ist unbekannt, doch ist wahrscheinlich, dass dieser sowohl zur Vertheidigung als zur Beherrschung eines grossen Gebietes eminent günstige Ort schon in uralter Zeit befestigt gewesen sei. Am Fusse desselben stand das ehemalige Kirchdorf Daubrawitz, jetzt nur ein Meierhof, von dem die Burg auch in früherer Zeit den Namen hatte. Im Jahre 1585 kam sie in den Besitz der Kinsky, welche sie durch holländische Baumeister restauriren und einen Thiergarten anlegen liessen, von welchem noch die Thormauer am Fusse erhalten ist. 1615 erbte sie Wilhelm Kinsky, ein Vetter und Schwager Wallenstein's, der in Eger am 22. Febr. 1634 ermordet wurde. Kaiser Ferdinand II. verlieh sie mit den Herrschaften Teplitz und Pinsdorf an den General Grafen Aldringen, nach dessen Ende (bei Landshut im Gefechte am 20. Juli 1634) ging sie an seine Schwester Anna über, vermählte Clary; die Clary's hatten mit kaiserl. Rescript vom 24. Mai 1653 Namen und Wappen der Aldringen zu führen. Während des dreissigjährigen Krieges war die Burg mehrmals im Besitze der Schweden gewesen. Im Jahre 1655 liess sie der kaiserliche Hof mit Rücksicht darauf, dass sich leicht Raubschaaren dort festsetzen könnten, schleifen und seit dieser Zeit liegt sie in Trümmern. Die Restauration, die theils kasemattenartig in die Mauern eingebaut ist, theils einen modernen Holzbau bildet, ist als sehr gut zu bezeichnen. Die Rundsicht ist prachtvoll. Man sieht einen grossen Theil des Mittelgebirges, das den Milleschauer überragt, den Biliner Felsen, die Gegend bei Brüx, den ganzen Zug des Erzgebirges mit seinen zahlreichen Städten, Flecken und Dörfern, das Kulmer Schlachtfeld und die Höhen bei Aussig. Geht man auf der Prager Strasse durch Schönau, an der Gasanstalt vorbei bis zu einer Gerberei, biegt rechts um, so gelangt man auf einem Pfade in einer halben Stunde südöstlich von Teplitz zur Fasanerie (zum Dorfe Zwettnitz gehörig), einem waldartigen Park mit hübschen Spaziergängen. In der Försterswohnung eine kleine Restauration. Die Aussicht erwähnenswerth.

I. Touren (in das Mittelgebirge und auf den Milleschauer siehe oben von Bilin, beziehungsweise Lobositz aus).

Als besonders bemerkenswerthe Touren empfehlen sich von Teplitz aus in der Richtung gegen das anmuthige Bielathal folgende: 1. Man geht entweder auf der Strasse über Auperschin (Bielathalbahn) nach Welboth (durch die Prager Strasse in Schönau), oder man biegt bei der Ueberbrückung des Saubaches durch die Strasse links ab, geht auf einem Fahrwege nach Wisterschan, dann an der Schule vorbei und gelangt, indem man fort dem Bache nahe zu bleiben trachtet, über Neuhof in ein hübsches Thal, an dessen Ende das Dörfchen Kozlike sich befindet; von hier geht der Weg nach Welboth. Verfolgt man nun die Strasse nach Hertine, so bietet dieses Dorf, unweit der Bielabrücke von Welboth, ein reizendes Bildchen. Der es überragende Berg heisst nach einem kleinen Dörfchen der Frauschieter Berg. Von Hertine (Bahnstation) geht man längs der Geleise der Bielathalbahn nach Prosanken. Ein sehr hübscher Wiesenweg führt uns nach Tschochau (Station), einem grossen Dorfe mit einem Bräuhaus und einigen ziemlich guten Wirthshäusern (besonders böhmische Krone; bisher etwa 3 Stunden). In kürzerer Zeit erreicht man Tschochau auf dem ebenfalls nicht uninteressanten Wege über Drakowa auf der am Fusse des Schlossberges vorbeiführenden Strasse, dann über Quikau, Suchey, an dem über 360m hohen Jedowinberg vorbei über Habrzie und Hlinai.