Der östliche Theil des Tepler Gebirges rechts vom Tepelthale ist mehr ausgebreitet als der westliche, erreicht aber nicht dessen Höhe; er hat mehr das Ansehen eines ausgedehnten Plateaus, auf welchem sich einzelne, zum Theile mehr ausgedehnte als hohe Kuppen hervorheben. Der südliche Abhang führt zum grossen Theile den Namen Buchauer Gebirge. Gegen Osten und Nordosten geht die Platte in ein aus Kuppen und höheren Rücken zusammengesetztes Gebirge über und führt zum Theil den Namen Duppauer Gebirge. Der Abfall ins Tepelthal ist schroff. Ueber das Plateau bei Engelhaus ragt der weitsichtbare und jedem Touristen bekannte Schlossberg empor. Dieses Gebirge erhebt sich auch steil aus dem Haupt-Thale, sowie ihm gegenüber das Erzgebirge.
Das Mittelgebirge.
Dieses Gebirge wird von der Elbe durchschnitten und in zwei nahezu gleiche Theile, einen westlichen und einen östlichen, geschieden. Der westliche Theil wird nördlich von dem Eulauer, nordwestlich von dem Teplitzer Thale, westlich von der schönen, fruchtbaren Saazer Ebene und südlich von dem Egerthale und der Ebene, in welches sich dieses verläuft, begrenzt. An seinem nördlichen Abhange wird dieser Gebirgstheil in nordöstlicher Richtung von dem Bielathale durchschnitten, und gewöhnlich wird nur der Strich zwischen dem Eger- und Bielethale das Mittelgebirge genannt, wiewohl das nordwärts der Biela liegende Gebirge bis zu den bezeichneten Grenzen, sowie das an der Ostseite der Elbe liegende Gebirgsland mit demselben ein geognostisches Ganzes bildet, von welchem das eigentliche sogenannte Mittelgebirge einen Haupttheil ausmacht.
Während dem östlichen Theile theilweise ein kettenartiger Zusammenhang nicht abgesprochen werden kann, fehlt dieser dem westlichen ganz, und besteht aus einer Anhäufung von mehr oder weniger vollkommen kegelförmigen, theils spitzigen, theils abgestumpften oder an dem Gipfel abgerundeten glockenförmigen Bergen, zwischen welchen hie und da kahle, zum Theile mächtige, klippige Felskolosse hervorragen. Die Berge stehen, besonders an den Ausläufern oder am Rande des Gebirges, wo es sich aus der Ebene hervorhebt, vereinzelt, versammeln sich dann weiterhin in kleineren und grösseren Gruppen, welche dann an den beiden Gehängen des Gebirgszuges sich sehr gedrängt gehäuft finden und in der Mitte desselben als die höchsten Berge hervorragen, worunter im eigentlichen Mittelgebirge der Donnersberg oder Milleschauer mit 815m über der Nordsee den höchsten Punkt dieses ganzen Gebirges erreicht. Das ist der König des Mittelgebirges, ein steiler, isolierter Bergkegel aus Klingstein.
Im östlichen Mittelgebirge liegen die höchsten Berge nicht in der Mitte, sondern zumeist am Rande desselben. Die Grenzen dieses Gebirges sind: Südlich die Ebene an der Elbe, über welche sich dasselbe theils plötzlich mit grosser Steilheit erhebt, theils allmählich von derselben ansteigt und so den Fuss des eigentlichen steileren Gebirges bildet. An der Ostseite zerstreuen sich die Gebirgsmassen in einzelne Kegelberge, welche sowie nordöstlich, endlich als zusammenhängender Gebirgszug gegen das Gebiet von Bunzlau fortlaufen. Nördlich wird das Mittelgebirge durch das Granitgebirge begrenzt, und von diesem durch das Thal des Grundbaches bei Obergrund und Georgenthal geschieden, hängt jedoch damit durch den Gebirgsrücken bei Schönlinde zusammen, und seine Felsmassen finden sich auch noch in einzelnen Bergkegeln zerstreut auf dem Granitgebirge vor. Die nordwestliche Grenze bildet das Sandsteingebirge an der Elbe, wo sich auch die Felsmassen in zerstreuten Bergen im Gebiete des Sandsteingebirges vorfinden, sowie sich die des letzteren mit denen des Mittelgebirges vermengen und diese durchflechten.
Das östliche Mittelgebirge erhält verschiedene Benennungen nach einzelnen Gegenden, Ortschaften und Bergen.
In geognostischer Beziehung gehört dieses Gebirge zur vulkanischen Trappformation und ist eines der ausgedehntesten und ausgezeichnetsten dieser Art in Europa. Basalt und Klingstein bilden die Hauptmassen des Gebirges, von denen der erstere die meisten Berge, der letztere die höchsten Punkte und mächtigsten Felsmassen zusammensetzt. Der Basalt ist meistens dicht, oft auch blasig und mandelsteinartig und zuweilen in ein thoniges Gestein oder sogenannte Wakke übergehend; häufig trifft man ihn schön säulenförmig an, mit Olivin eingesprengt, oder porphyrartig durch eingewachsene Krystalle von Augit, Hornblende oder Glimmer. Auch der Klingstein hat mancherlei Abänderungen. Ausser diesen beiden eigentlichen vulkanischen Trappfelsarten erscheint auch Porphyr in einigen Gegenden und etwas seltener eine Art Grünstein, welche mit dem Basalt sehr nahe verwandt ist. Die Felsarten des Urgebirges kommen nur in einigen Gegenden in den tieferen Theilen zum Vorscheine, so im Bielathale bei Bilin und im Elbthale bei Tschernosek der Gneis.
Das Elbgebirge, auch wohl Sandsteingebirge an der Elbe, das böhmisch-sächsische Sandsteingebirge, und wegen seiner eigenthümlichen schroffen Formen und romantischen Thäler, die böhmisch-sächsische Schweiz genannt, erstreckt sich von den oben angegebenen Grenzen des Mittelgebirges, nämlich dem Eulauer Thale, dem Losdorfer- und Olischbache, dann dem Gebirge zwischen Kamnitz und Kreibitz, bis zum nördlichen Granitgebirge jenseits des Körnschtbaches, und über die Grenze Böhmens nach Sachsen; es wird von dem Elbthale durchschnitten und in zwei Theile getheilt. Der Theil an der linken Seite der Elbe wird fast bloss, soweit das Gebirge Böhmen angehört, vom hohen Schneeberge und dessen Vorbergen gebildet und erhebt sich an demselben zu seiner grössten Höhe, von welcher es sich nach dem Rücken des Erzgebirges bei Nollendorf und Peterswalde nur wenig, nach seiner nördlichen Verflachung sanft abdacht, gegen das Eulauer Thal und das Elbthal aber sehr steil abstürzt. Viel niedriger gestaltet sich der Theil desselben an der rechten Seite der Elbe, und bildet ein aus dem Elbthale sich gleichfalls mit grosser Steilheit bis zu einer Höhe von ungefähr 379m erhebendes Plateau, welches sich nach Osten und Süden sanft gegen das sich aus demselben erhebende Mittelgebirge verflacht, eine wellenförmige Oberfläche mit einzelnen grössern Erhöhungen zeigt, und sich an der nördlichen Landesgrenze, am Winterberge und den Thorwänden, abermals plötzlich gleich einem Walle erhebt. Die Thäler, welche dieses Plateau durchschneiden und an den Abhängen des Schneeberges tiefe Einrisse bilden, haben einen eigenthümlichen Charakter; die Gehänge derselben sind steile, oft senkrecht aufsteigende zerrissene Felsenwände, welche sich zuweilen gleichsam in mehreren Stockwerken über einander erheben und deren einzelne, oft von der Hauptmasse losgerissene, sowohl senk- als wagrecht zerklüftete Pfeiler sich zu grotesken, oft abenteuerlichen Gebirgsformen gestalten, von welchen der böhmische Theil dieses Gebirges ebenso reich, als der deshalb von Lustreisenden so häufig besuchte sächsische Theil desselben ist.
Die herrschende Felsart dieses Gebirges ist der Quadersandstein, eine der jüngsten aus der Reihe der sekundären Flötzformationen. Derselbe zeigt sich bei seinem Beginn am Erzgebirge sichtbar auf dem Gneis desselben, sowie an seiner Begrenzung am nördlichen Granitgebirge auf diese Felsart aufgelagert, und Granit zeigt sich auch unter dem Quadersandsteine an einer merkwürdigen Stelle im Elbthale; an einer andern kommt auch Thonschiefer als untere Felsart vor. Von den Felsarten des angrenzenden vulkanischen Trappgebirges findet sich im Bezirke des Sandsteingebirges ein majestätischer einzelner Basaltberg, der Rosenberg, welcher sich über das Plateau dieses Gebirges am rechten Elbufer 299m und überhaupt bis zu 588m Meereshöhe erhebt.