Franzensbad-*Wies – über Eger auf der Strasse in südlicher Richtung. Der Ort liegt inmitten eines prächtigen Waldes, unmittelbar an der Grenze, hat eine freundliche Kirche, ein Nebenzollamt und eine Restauration zum »grünen Baum«. Der Aufenthalt in der würzigen Waldluft und den reizenden Baumgruppen sehr angenehm.

Franzensbad-Schloss Liebenstein. Weg dahin auf der Franzensbad-Hofer Strasse in westlicher Richtung (2½ St.) Das Schloss ist Eigenthum des Grafen von Zedwitz. Der Ausflug ist wegen der schönen Waldpartien sehr lohnend.

Franzensbad-*Elster (mit der sächsischen Staatsbahn über Voitersreuth 1 St. 11 Min.) (Gasthöfe: Wettiner Hof, Hôtel de Saxe, Hôtel Bauer, Reichsverweser, Daheim.) Besuchtester Kurort Sachsens, 496 M., hat gute Badeeinrichtungen und schöne Anlagen. Am Brunnenplatze befindet sich das königliche Badegebäude mit dem Maria-, Königs- und Alberts-Parke. Die Salz- und Johannissquelle befinden sich unter einem tempelartigen Überbau. Die Quellen gehören zu den alkalisch-salinischen Eisenwässern und sind ihrer Wirkung nach den Franzensbadern ähnlich.

Franzensbad-*Maria-Kulm (mit der Bahn-Station: Königsberg-Maria-Kulm der Buschtiehrader Eisenbahn).


Maria-Kulm.

Gasthäuser: Goldener Engel, schwarzer Adler, goldener Stern, goldener Adler, deutsche Eiche, rother Ochs.

Restaurationen.

K. k. Postamt.

Maria-Kulm liegt am linken Ufer der Eger, auf einem der südlichsten Ausläufer des Erzgebirges. Nur 3 Weges-Stunden von Eger entfernt, erhebt sich der Berg wie zu einer natürlichen Veste, welche schirmend über den grössten Theil des lieblichen Egerlandes hinwegschaut. Maria Kulm ist ein Marktflecken mit über hundert Häusern, welcher als Wallfahrtsort mit seiner imposanten, weithin sichtbaren Kirche alljährlich zur Sommerszeit von Tausenden von Andächtigen besucht wird. Aus allen Gegenden, aus Böhmen und aus Baiern, strömen Processionen herbei, und die weiten Räume der Kirche und der für das Gnadenbild Mariens eigens erbauten, an die Kirche anstossenden Kapelle vermögen oft, namentlich zur Pfingstzeit, die ungeheuren Massen kaum zu fassen. Die Kirche, von einem grossen Kreuzgange umgeben, ist ein Meisterwerk bizantinischer Baukunst. Zahlreiche Thürme, welche gigantisch zum Himmel streben, zieren den colossalen Bau und das harmonische Geläute[1] ihrer Glocken dringt volltönend, wehmüthig und selig erhebend zugleich fernhin und hinab in's herrliche Thal, das im reichen Segensgewande an den Fuss des Berges sich anschmiegt.