Schönbach verdankt seine Entstehung dem Bergbau und wurde die erste Besiedelung des Sconenbaches, eines klaren Trinkwassers, mit Erbauung eines Wartthurmes ausgeführt. Dieser Wartthurm, gebaut (ein Lug in's Land) an der Grenze Böhmens, welcher durch Anbau der Kirche im J. 1188 zum Kirchthurm umgeschaffen wurde, zeigt noch heute im Innern den Charakter deutscher Wartburgen. Beachtenswerth ist das gute Altarblatt, den gekreuzigten Erlöser darstellend.

Die Stadt ist heute einer der gewerbthätigsten Orte des böhmischen Nordwestens, Haupterzeugungsplatz für Saitenmusikinstrumente, besonders Violinen. Dieser Industriezweig, welcher heute mehr als dreiviertel der Bevölkerung beschäftigt, gelangte die letzten 25 Jahre hier zu früher nie geahnter Entwicklung, und es dürfte diese Hausindustrie jeden Fremden lebhaft interessiren.

Schönbach ist im streng geografischen Sinne der Scheidepunkt zwischen dem Erz- und Fichtelgebirge; denn westlich sehen wir die als Elstergebirge benannten letzten Ausläufer des Fichtelgebirges, während im Osten das Erzgebirge aufzusteigen beginnt; es ist auch zugleich die Scheidegrenze des egerländer und des sächsischen Dialekts. Die Stadt zeigt noch vielfach ihren alterthümlichen Charakter und hatte früher Mauern, von denen heute jedoch wenige Spuren mehr aufzudecken sind. Als Merkwürdigkeit aus alter Zeit gelten die Mauerreste der gräflich Schlick'schen Schlossgebäude, heute nur noch im Hause NC. 140 vorhanden, während dieselben den Raum umfassten, wo jetzt die Häuser NC. 139, 140, 141 stehen; Nr. 139 soll die Münzstätte gewesen sein. Bei der Pfarrkirche ist ein in Stein gehauenes Schlick'sches Wappen eingemauert.

Ausflüge: Zum »*hohen Stein«. Derselbe hat eine Höhe von 767m über der See, liegt noch auf böhmischer Seite und gehört zu den wunderlichsten Felsbildungen nicht bloss des Vogtlandes, sondern des gesammten Erzgebirges. Während diese Thonschiefergebilde auf dem bewaldeten Höhenrücken von der Ferne den Ruinen einer mächtigen Burg oder Bergfeste gleichen, nehmen die einzelnen Theile in der Nähe bestimmte Gestalten an, und die Phantasie hat leichtes Spiel, diesen passende Namen zu geben: das Schiff, das Gesicht (eine höchst charakteristische Figur), der Schnabel, das Thor (zwei sehr nahe stehende Felsen, die das Ansehen zweier Thorpfeiler haben). Der höchste Punkt des Felsens ist durch eine Stange bezeichnet; nach dem alten Markstein zu urtheilen, der auf der einen Seite die Inschrift trägt: »Regn. Imp. Franc. Pr.«, auf der anderen: »Oper. Astr. Trigo. 1808« muss der hohe Stein Vermessungsstation gewesen sein.

Die Aussicht ist eine vortreffliche, nur wird sie durch den Umstand beeinträchtigt, dass der hohe Stein nicht unmittelbar zum Egerthale abfällt, wie diess beispielsweise bei dem Kapellenberg der Fall ist. Hinter den nahen böhmischen Dörfern Ursprung, Stein und Kirchberg erheben sich die steilen Höhen der böhmischen Terrasse und weiter nach Süden zu öffnet sich das gesegnete Egerland mit seinen zahlreichen Ortschaften, Kirchen und Kapellen. Gegen Südwesten und Westen schliessen die Berge des Fichtelgebirges den Horizont ab; vorzüglich präsentirt sich der Kapellenberg. Nach Nordwesten zu sehen wir einen grossen Theil des Vogtlandes, in geringer Entfernung Landwüst und Wernitzgrün, in nächster Nähe aber Cubabrunn mit Rittergut, tief unten Markneukirchen, Siebenbrunn und Adorf und zu unseren Füssen Erlbach.

An der Ostseite des Felsens, wo Steine gebrochen werden, ist eine »fliegende Restauration.«

Werfen wir vor unserem Abstieg nach Erlbach nochmals einen Blick auf die interessante Landschaft, die lebhaft an das Hochgebirge erinnert, namentlich auf die interessanten Felszacken und auf die in einsam stiller Höhe errichtete Gebetsstätte (Kapelle), so kann sich das empfängliche Gemüth eines tiefen Eindruckes nicht erwehren, und wir finden es begreiflich, dass die Phantasie des Volkes mächtig angeregt wurde und verschiedene Sagen der wunderlichsten Art bildete. Neben den Sagen von einer verwünschten und versunkenen Ritterburg, von Gespenster- und Spukgestalten sind es namentlich solche von unterirdischen Schätzen, mit denen das arme Volk sich über die Mühsale des Lebens hinwegträumt. Von Erlbach gehen wir nach Markneukirchen (1 St. siehe Besuch des Erzgebirges von Falkenau aus), fahren dann mit der Bahn nach Adorf und zurück über Elster, Voitersreuth nach Franzensbad.

Nennenswerth ist eine zweite Tour in das romantische Leibitschthal, von Schönbach nach Leibitschgrund (1 St.), wo sich eine aufstrebende Spinnfabrik in schöner Waldgegend befindet. Weiter im Leibitschthale kommt Glashütte mit Hohlglaserzeugung und Leopoldshammer. Von dort rechts ab, die Strasse meidend, gelangen wir längs des Leibitschbaches in ein schönes Waldthal, dessen südlicher Punkt Nonnengrün ist. Die Waldthalschänken bieten frisches Bier. (Retour-Weg nach Schönbach.)