Franzensbad-Asch

(mit der Bahn).

Asch: Gasthöfe: zur Post, zum goldenen Adler; als Belustigungsort gilt das Schiesshaus.

Post-Telegrafenamt; k. k. Bezirkshauptmannschaft; Eisenbahnverbindung nach Franzensbad und über Oberkotzau: 1. nach Hof, Plauen; 2. nach Neuenmarkt, Bamberg; 3. Neuenmarkt, Baireuth.

Die Stadt liegt 637m über dem Meeresspiegel und hat über 10.000 Einwohner. Asch ist zu beiden Seiten des Aschbaches gebaut und Hauptort des 2·5 Quad.-Meil. oder 3·16 Quad.-Myriameter grossen Bezirkes mit 27.911 (1870 Volkszählung) meist protestantischen Einwohnern. Hauptbeschäftigung ist die Weberei. Im ganzen Bezirke mit dem Mittelpunkte Asch herrscht ein reges, industrielles Leben. Die protestantische und katholische Kirche sehenswerth.

»Alle urkundlichen Nachweise über Geschichte und frühere Zustände des Ortes Asch und Umgebung sind zufolge der Brände 1683 und 1814 verloren gegangen.«

Die bis in die neueste Zeit erhalten gewesene Sonderstellung des Bezirkes, der übrigens zu wiederholten Malen Bestandtheil des Vogtlandes war, datirt vom J. 1331, als nämlich der damalige Besitzer Albert von Neydberg sein Besitzthum dem Könige Johann von Böhmen zu Lehen antrug; der Lehensherr bestimmte, dass Asch für immer der Entrichtung von Steuern entbunden sein solle und somit auch durch kein Majestätsgebot zur Steuerzahlung verhalten werden könne.

Auffallend ist es jedenfalls, dass die Bewohner dieses nordwestlichen Theiles von Böhmen bei dem protestantischen Glauben belassen wurden. Mit der Einführung der Reformation in Sachsen fand nämlich diese auch im Gebiete von Asch Eingang. Wohl wurden die Bewohner bei Durchführung der Gegenreformation in Böhmen durch Ferdinand den II. bedrängt, aber zufolge des kräftigen Schutzes, den der Markgraf Albrecht von Brandenburg-Bayreuth, sowie auch der Kurfürst Johann Georg von Sachsen, der damals noch das jus circa sacra des Gebietes ausübte, weil die sächsischen Kurfürsten das Vogtland und die Rechte der Vögte desselben erworben hatten, dem Gebiete angedeihen liessen, wie auch ferner zufolge des zähen Widerstandes der Bevölkerung gegen das Aufdringen des Katholicismus wurde eine Gegenreformation des Gebietes unmöglich. Im J. 1771 wurden durch Cabinetsordre von der Kaiserin Maria Theresia die Rechte und Freiheiten des Gebietes bestätigt.


Franzensbad-*Königswart-Sangerberg-*Marienbad.