Eisenbahn.
Um den Curort ziehen sich, zum grossen Theile in schattige Waldpromenaden auslaufende Anlagen; sie sind durchaus mit Geschmack und Geschick arrangirt. Der Ort liegt in einer Höhe, in der Lungenschwindsucht zu den Seltenheiten gehört, ist also auch als klimatischer Curort zu empfehlen. Die 6 Quellen gehören mit Ausnahme der metallfreien Richards-Quelle zur Gruppe der eisenhaltigen Natronsäuerlinge, beziehungsweise zur Unterabtheilung der sog. Stahlquellen, unter welchen sie unmittelbar neben Schwalbach und Pyrmont zu setzen sind. Die Königswarter Quellen liegen 680m über dem Meeresspiegel der Nordsee, sie sind demnach die höchst gelegenen Stahlquellen nicht bloss in Böhmen, sondern auch in Deutschland, indem sie die von Steben in Oberfranken, welche bisher bei ihrer Höhe von 633m als die höchsten daselbst angesehen wurden, noch um ein Bedeutendes überragen.
Das Firmament ist in den Sommer- und Herbstmonaten gewöhnlich heiter, Gewitter kommen verhältnissmässig selten und Nebel nur im Spätherbste vor.
Stahl-, Moor-, Fichtennadel-, Douche- und Dampfbäder, Eigenthum des Fürsten Metternich. Curhaus, von dem aus man die herrlichste Fernsicht geniesst. Man sieht links den Arber und den Osser, rechts bis Eger. Der etwa 3 Stunden entfernte Dillenberg, äusserster Ausläufer des Böhmerwaldes, sei hier wegen seiner Granaten und Egerane erwähnt. Das Curhaus bildet den Ausgangspunct mehrerer, sehr schöner und gut erhaltener, mit Ruhebänken und Wegweisern versehener Spaziergänge, die nach den verschiedensten Richtungen hinführen und allenthalben die schönste Aussicht gewähren. Etwa eine viertel Stunde davon liegt die Ruine Würschengrün.
Königswart-*Sangerberg (1½ Stunde). In nordöstlicher Richtung von Königswart gelangen wir auf einer guten Strasse nach Bad Sangerberg, das, nur einige hundert Schritte von dem gleichnamigen, durch seinen Hopfenhandel bekannten Städtchen gelegen, sich als das jüngste aller nordwestböhmischen Bäder zu entwickeln beginnt. Dasselbe liegt auf dem Plateau des »Kaiserwaldes«, eines von Marienbad bis Schlaggenwald sich erstreckenden, reich bewaldeten Höhenzuges. Ausgiebige Eisensäuerlinge – salinische Moorlager. – Elegantes Curhaus mit hübschen Veranden. – Das Klima des Kurortes ist besonders in den Sommermonaten ein verwaltend mildes und angenehmes, da der Curort in einem von Nord und Ost durch sanft aufsteigende Berge vollkommen gegen rauhere Luftströmungen geschützten Thalkessel liegt. Wegen seiner Gebirgslage, seiner gesunden, reinen, von harziger Waldluft gewürzten Atmosphäre hat Sangerberg auch den Charakter eines klimatischen Gebirgscurortes.
Sangerberg liegt im Gerichtsbezirke Petschau, in der Bezirkshauptmannschaft Karlsbad, und ist Sitz eines Telegrafen- und Postamtes, welch letzteres täglich eine zweimalige Verbindung mit der zwei Stunden entfernten Eisenbahnstation Königswart unterhält.
Königswart-*Marienbad. Von Königswart gehen wir dem Thiergarten zu und erreichen vom Parkgitter an nach einem einstündigen Spaziergange auf der sich durch den Thiergarten hinziehenden Hauptstrasse den Curort Marienbad, »das Schmuckkästchen unter den böhmischen Badeorten.«
Marienbad liegt 605m über der Nordsee in einer von herrlichen Wäldern eingeschlossenen Thalmulde. Die Luft ist hier immer frisch, sauerstoffreich, würzig, daher der Gesundheitszustand im ganzen Orte immer ungemein günstig.
Gasthöfe: Hôtel Klinger. – Englischer Hof. – Neptun. – Stadt Hamburg. – Stadt Weimar. – Stadt Leipzig. – Stadt Warschau. – Hôtel Stern.
Ausser der Stadt: Pensionat »Casino«, herrliche Lage. Für israelitische Badegäste sind die Koscher-Restaurationen: Hôtel Newyork, Delphin, Erhart's Restauration, Blauer Schlüssel.