Restaurationen und Café's in der Stadt: Kursaal, Schloss Windsor, Tepler Haus, Stadt München, Café zur Waldschlucht.

Post- und Telegrafenamt – Eisenbahnstation 20 Minuten entfernt. –

Theater. Brunnenmusik (Morgens 6 Uhr und Abends 6 Uhr beim Kreuzbrunnen, Mittags 11½ Uhr bei der Waldquelle, Concerte und Tanzreunionen im Cursaal; Zeitungslesecabinet, offener Eintritt gegen Erlag von fl. 2.80 kr. für die Saison. – 2 Buchhandlungen mit Leihbibliotheken. – 2 Wochenblätter.

Quellen: Kreuzbrunnen und noch intensiver wirkend Ferdinandsbrunnen – beide sind reich an Natronsalzen (an schwefelsaurem Natron, Chlornatrium und doppelkohlensaurem Natron), dazu Eisengehalt als blutbildender Faktor. Ihnen zunächst steht die Waldquelle. Bei der Rudolphs- und der Wiesenquelle treten kohlensaurer Kalk und kohlensaure Magnesia in den Vordergrund; der Ambrosius- und Carolinenbrunnen zeichnen sich dagegen durch ihren Gehalt an kohlensaurem Eisenoxydul aus. Die Marienquelle ist ein Säuerling. Ausser diesen Quellen gibt es noch mehr als hundert in der Umgegend Marienbads.

Bäder, Gasbäder, Moorbäder. Die bedeutungsvollste Quelle ist der Kreuzbrunnen mit einer Kuppelrotunde und daran sich schliessenden Säulenhallen und mit dem Denkmal Dr. Nehr's, durch dessen eifrige und unablässige Bemühungen Anstalten zur Austrocknung der sumpfigen Gegend um diesen Brunnen und zum Schutze dieser Quelle vor wilden Wässern getroffen, 1807 ein zur Aufnahme von Curgästen eingerichtetes Haus und das Jahr darauf ein Badehaus gebaut und das ärztliche Publikum auf Marienbad aufmerksam gemacht wurde. Seitdem ist der Ort in Folge der starken Frequenz und durch die liberale Unterstützung, mit welcher das Stift Tepl für denselben eintrat, von Jahr zu Jahr vergrössert und verschönert worden. Vom Kreuzbrunnen gehen wir an reichhaltigen Läden vorüber und gelangen durch die Allee nach rechts zur Colonade des Karolinenbrunnens, wo auch die Röhrenleitung einmündet, welche das Mineralwasser des eine viertel Stunde weiter südlich am Abhange des Hamelikaberges gelegenen Ferdinandsbrunnens zur Stadt leitet. Der Weg zu dem bereits am Ausgange der Marienbader Thalmulde mit schönen Pavillons und Säulengängen sich erhebenden Ferdinandsbrunnens selbst zählt zu den anmuthigsten Partien. Wir können dahin entweder auf dem Pfade über die Höhen des Kreuzberges und des Hamelika am Göthesitze, an dem durch seine herrliche Aussicht bemerkenswerthen Kaffee-Panorama und am Schweizerhofe (Restauration) vorbei gelangen, oder wir wählen den bequemeren Weg längs der Thalsohle durch die Ferdinandsstrasse über das Bellevue (Restauration). Wenige Schritte von der Karolinenquelle entfernt erblicken wir den kleinen gothischen Tempel des Ambrosiusbrunnens, links davon das alte Badehaus (Mariaquell-, Moor- und Gasbäder) und rechts das imposante neue Badehaus (Stahlbäder aus dem Ambrosiusbrunnen und der Carolinenquelle, Bäder aus der Ferdinandsquelle). Die *Waldquelle, der beliebteste Sammelplatz der Curgäste um die Mittagsstunden, liegt nordwestlich vom Kreuzbrunnen in stiller, lauschiger Waldschlucht, am linken Ufer des Schneidbaches, und ist sowohl durch die Waldbrunnstrasse als auch auf dem noch kürzeren, unmittelbar vom Kreuzbrunnen durch die Alleestrasse und weiter durch eine herrliche Laubholzallee in wenigen Minuten zu erreichen. In der entgegengesetzten Richtung wird der Rayon der zur Zeit in Verwendung stehenden Quellen durch die in den Wiesgründen unweit der Ferdinandsquelle entspringenden Rudolfs- und Wiesenquelle abgeschlossen.

Dem Tepler Abte Reitenberger, der sich um die Versendung der Marienbader Wässer hochverdient gemacht, wurde in jüngster Zeit ein Denkmal gesetzt.

Sehenswürdigkeiten: Die Kirche, 8eckiger Bau, reich geschmücktes Innere, Totaleindruck sehr günstig. In der Promenade vor der Front des neuen Badehauses mit dem Conversationssaal das Heidlerdenkmal, ein Obelisk mit lateinischer Inschrift.

Spaziergänge:

1. Vom Ferdinandsbrunnen aus zur *Ferdinandsmühle (Café Kroha). Hier bietet sich dem Besucher ein herrliches Bild.