2. Zurück zum Ferdinandsbrunnen und von da auf dem Pfade durch die üppigen Wiesengelände, welche die Abhänge des Hamelika von jenen des Darnberges trennen, in gerader westlicher Richtung auf Schönau zu, um von da an der Restauration zur »Stadt Versailles«, am »deutschen Kaiser« und an den schönen Anlagen und Villen des Casinoparkes vorbei den Rückweg durch die Kaiserstrasse einzuschlagen.

3. *Höhendorfer Höhe (1 St.). Auf dem Pfade oberhalb des Panoramas in östlicher Richtung. Ein herrliches Panorama! Von der Café-Restauration auf der Höhe übersehen wir die reizende Umgebung Marienbads und lassen unsere Blicke bis zu den im blauen Nebel verschwimmenden höchsten Kuppen des Böhmerwaldes und des Erzgebirges schweifen. Rückkehr nach Marienbad entweder auf dem über die Waldschlucht thaleinwärts führenden Promenadenwege oder auf der Karlsbader Strasse.

4. Zur »König Otto's Höhe« im Südosten des Darnberges, welcher von dem Hamelika durch die Mühlgasse und die Wiesengründe des Schneidbaches getrennt und von zahlreichen Spaziergängen durchschnitten ist, gelegen. Von der »Königin Carola's Ruhe« am Nordostabhange des Darnberges haben wir einen schönen Ueberblick über Marienbad. Von da in einigen Minuten über den sogenannten Schneiderrang zum Försterhause am Fürst Metternich'schen Tiergarten (Restauration). Wir steigen nun auf dem an dem Försterhause nach Osten führenden Fusswege herab, um an die oberhalb Marienbads nur eine schmale Thalspalte füllenden Wiesgelände des Schneidbaches zu gelangen, an welchen, wenige Schritte abwärts, die Restauration »zur Waldmühle« ein trauliches Plätzchen zum Ruhen bietet.

Touren:

1. Marienbad-*Podhorn-*Tepl (2½ St.) Wir gelangen auf den östlich von Marienbad gelegenen Podhornberg (838m ü. d. M.) über die Hohendorfer Höhe (1½ St.) oder durch das Dorf Abaschin. Der Berg zeigt in seiner Kegelform und in seiner basaltischen, von lavaähnlichen Bildungen umlagerten Gesteinsmasse das Gepräge seines vulkanischen Ursprungs. Er ist in zwei Gipfel gespalten, deren einer die mächtig aufstrebende, spitz zulaufende Phonolitmasse trägt, während der andere terrassenförmig mit einem Haine besetzt ist. Im Schatten dieser Bäume gibt es tempelförmige Pavillons und Ruheplätze. Prachtvolle Aussicht über die Höhen des Böhmerwaldes, Erz- und Fichtelgebirges. Restauration im Sommer. Von hier über Ober-Gramling nach Stift Tepl, 20 Minuten von der gleichnamigen Stadt entfernt. Das weitläufige Kloster mit hübscher Kirche, grosser Orgel, sehenswerther Bibliothek, Brauerei und grossen Wirthschaftsgebäuden, ist eines der reichsten Klöster der Monarchie. Unter den daselbst aufbewahrten Raritäten finden der Becher, woraus Göthe stets den Kreuzbrunnen trank, die von ihm angelegte und zusammengestellte interessante Mineraliensammlung und die Originalbriefe Göthes an den trefflichen Uebersetzer der Iliade, Gymn.-Prof. Zauper, rege Beachtung. Neben dem Kloster ein Gasthof mit Veranda. Wagen zur Rückfahrt nach Marienbad.

2. Marienbad-Petschau. (4 St. zu Fuss.) Ueber Einsiedl (Kloster und Mädchenpensionat) durch ein herrliches Waldthal mit zahlreichen, höchst interessanten Felspartien auf der windungsreichen Kaiserstrasse zur Restauration Grünberg, mitten im Walde und an der Tepl reizend gelegen, und von da in einer halben Stunde nach Petschau.

Gasthöfe: Zur Krone, zur Post.

Post- und Telegrafenamt. Postverbindung mit Karlsbad, Marienbad, Pilsen, Elbogen.

Die Stadt liegt an der Tepl in einem herrlichen Thale; die Strassen von Marienbad, Karlsbad und Pilsen laufen hier zusammen. Auf einem mächtigen, gegen die Tepel zu steil abfallenden Felsen liegt reizend das Schloss des Herzogs Beaufort. Oberhalb desselben erhebt sich malerisch das alte Schloss, welches ursprünglich Slawko von Riesenberg gegründet, später aber Johann Pflug von Rabenstein, wie sein Wappen und eine Inschrift zeigt, überbaut und Kaspar Pflug noch bewohnt hat. Von den angeblich sonst bestandenen vier Stockwerken sind nur zwei vorhanden. Gegenwärtig ist es von den herzogl. Beaufort'schen Beamten bewohnt. Es enthält eine ziemlich erhaltene Kapelle mit prachtvollen Gemälden. Die Stadt wurde während der Hussitenkriege fast ganz verwüstet und durch Joh. Pflug von Rabenstein unterstützt und wieder emporgebracht. Am 2. Februar 1621 und 17. Juli 1760 legten grosse Feuersbrünste die Stadt in Asche. Der in Schönfeld, zwischen Petschau und Schlaggenwald gelegen, im J. 1802 gebürtige namhafte Violinist und fruchtbare Komponist Josef Labitzki bildete sich unter Karl Veit in Petschau im Klavier- und Violinspiel und in der Harmonielehre aus. Die Umgebung der Stadt ist höchst interessant. Südwestlich vom Orte Neudorf (1¼ St. von Petschau) sind Sauerbrunnen, von welchen der eine fast alle Eigenschaften des Marienbader Kreuzbrunnens hat. Bemerkenswerthe Berge sind der Koppenstein, der Galgenberg und der Huritzberg. Die Felsarten sind an den beiden Gehängen des Tepelthales und an den Bergen östlich bis Gängerhäusel, nördlich bis gegen Millersgrün und westlich bis Tiefenbach Granit. Bei diesen Orten wird der Granit von Gneis begrenzt, welcher sich über das weite Gebiet des Dominiums erstreckt. Im nördlichen Theile, von Gabhorn, Drosau und Tepeles anfangend, herrscht wieder Granit.