Aemter: K. k. Bezirkshauptmannschaft, k. k. Bezirksgericht, k. k. Haupt-Zollamt, k. k. Post- und Telegrafenamt; Eisenbahn-Endstation der Buschtiehrader Bahn.
Gasthäuser: Kaiser von Oesterreich, Herrenhaus. Restaurationen: Räumermühle mit schönem Echo; Kaisergarten und zwei an der Bahnhofstrasse.
Sehenswürdigkeiten: Die Pfarrkirche, in der Kanzel und Taufbecken künstlerischen Werth haben. Das Altarbild »Abendmahl Jesu« ist von Brandl. Das Schulgebäude der Volks- und Bürgerschule mit dem interessanten *Museum, Musikschule, welche sich eines bedeutenden Rufes erfreut und zur Hebung der Musikinstrumentenfabrication wesentlich beiträgt. Armenhaus, Spital, Friedhof.
Spaziergänge:
Nach dem Hausberg, lohnend wegen der schönen Aussicht. Dort ist die Richardshöhe mit einer Gedenktafel, so benannt nach Herrn Ritter von Dotzauer, Handelskammerpräsidenten in Prag, einem geborenen Graslitzer, der sich um seine Vaterstadt und das ganze Erzgebirge so verdient gemacht, dass sein Name in den Blättern der Geschichte dieses Gebirges für ewige Zeiten mit goldenen Lettern eingegraben bleiben wird. Gleich darüber befindet sich auf der Sängerhöhe ein Obelisk und unweit davon ein Gloriett, von dem aus wir einen herrlichen Ausblick über die Umgebung geniessen.
Auf dem Hausberg stand einst ein Raubritterschloss, das im J. 1412 von Tuchknappen und Metzgern aus Eger zerstört wurde. Ueberreste eines Brunnens sind die letzten Spuren dieses Schlosses.
Auf dem Glasberge, welcher dem Hausberge gegenüber liegt, befinden sich im »Holzhau« zwei auf einander liegende Granitblöcke, die Quarkquetsche genannt, welche sich der Sage nach bei einem heftigen Sturme bewegt haben. Nicht weit vom »Holzhau« befinden sich die Katzenfelsen, zwei aus Granitsteinen aufgethürmte Hügel, und weiter in gerader Linie kommen wir in die Nähe der Stadt und zum »Gesteinlicht«, einem spitzigen Felsen, wo sich uns ein herrlicher Blick über die Stadt und das Zwodauthal eröffnet.
Die Partie von Graslitz auf den *Muckenbühl (¾ St.) 944m hoch, ist zu empfehlen; man erreicht seine 470m über dem Zwodauthale liegende, mit grossen Granitblöcken übersäete Kuppe ohne alle Anstrengung, da seinerzeit der Herr Graf Nostitz von Heinrichsgrün Stufen einhauen liess. Dieser interessante Berg gewährt eine hübsche Aussicht, die nach Osten bis zum Sonnenwirbel, nach Südost über das nahe Schönlind und Kohling hinweg nach Karlsbad reicht und darüber hinaus noch den Phonolithberg Engelhaus mit der grossartigen, weit sichtbaren Burgruine und das Giesshübler Schloss erkennen lässt.
Südwestlich von Graslitz (1 St.) liegt Schönau mit der Wallfahrtskirche zum hl. Jakob dem Grösseren. Ein im J. 1688 gedrucktes und hier aufbewahrtes Gebetbuch gibt einen dunklen Aufschluss über diesen Gnadenort. Interessant sind die um die Kirche gepflanzten, sehr alten Linden.