3. Zur *Thierbacher Kapelle (½ St.). Gehen wir auf dem Wege gegen Thierbach zu, so gelangen wir eine kurze Strecke westlich von diesem Dorfe zu dieser Kapelle. Obwohl die Aussicht von hier nicht so weit ist als wie die vom Gipfel des Peintlberges, so ist sie doch eine herrliche zu nennen. Wir erblicken die Häuser von Giebacht, Hohenstollen, Allersloh, Eibenberg, zum Theile von Oberau und Hochofen; nach Osten zu sehen wir Fischern und Karlsbad, während in nördlicher Richtung der Peintl seine Kuppe mächtig emporhebt. Wunderschön, wie eine Krippe im grösseren Massstabe, liegen auf den grünen Wiesen und an den Bergabhängen die Häuser der zunächst gelegenen Ortschaften umher.
4. Zu den sogenannten Felshäusern (1½ St.). Wir gehen durch das Limnitzthal nach Ullersloh an Pecher's Restauration vorbei, von wo wir nach ¾stündiger Wanderung zu den sog. Felshäusern gelangen. Die Fernsicht von denselben ist eine lohnende, wenn auch nicht so grossartige, wie vom Peintlberg aus; doch bemerken wir die meisten Puncte, die wir von letztgenanntem Berge aus gewahren können. Die Felshäuser selbst sind gleichsam zwischen Felsgruppen eingebaut; ihr Aeusseres ist recht reinlich und mit Ranken von wildem Wein und anderen Schlingpflanzen geziert. Besonders schön ist von diesen Häusern aus die Aussicht auf die unten liegenden Gelände, welche sich gleichsam stufenartig gegen das Innere zu erniedrigen.
5. Zum *Kammersberg oder Hohenau (1¾ St.). Wir wandern von Neudek aus auf der Aerarialstrasse bis zu jener Stelle, wo sich hinter dem Dorfe Giebacht der Weg nach dem Dorfe Kammersgrün abzweigt. Derselbe führt in mehrfachen Krümmungen bis nahe zu dem letztgenannten Dorfe, das sich am Südabhange des Kammerberges und im Thale ausbreitet. Von diesem Berge gewahren wir bei heiterem Himmel Karlsbad und Elbogen, die Berge in der Umgegend von Buchau, einzelne Höhen um Duppau und die meisten Puncte, die wir vom Gipfel des Peintlberges gesehen. Die Kuppe des Kammerberges ist kahl und mit einer Orientirungshöhe versehen, die der Besitzer dieser Umgegend, Karl Stöhr, errichten liess.
6. Zum *Hochtannenberg oder Steinberg (¾ St. westlich von Neudek) und zum sog. Wächterhau. Zu demselben gelangen wir am bequemsten, wenn wir den nach Ober-Bernau leitenden Weg benutzen. Von der Kuppe dieses Berges erblicken wir nach Südost das Rohlauthal, Fischern und Karlsbad, weiterhin Engelhaus, Giesshübel, die Kirche von Pergles bei Buchau, nach Süden mehrere Dörfer zwischen Karlsbad und Elbogen, die Stadt Elbogen mit dem alten Schlosse, auch einzelne Hopfengärten in der Nähe von Falkenau. – Eine halbe Stunde westlich vom Hochtannenberge ist der sog. Wächterhau, auf welchem sich eine Orientirungshöhe befindet, von welcher wir bis in die Gegend um Duppau, Karlsbad, Elbogen bis Eger sehen können.
Tour Neudek-Neuhammer-Platten.
Dem reinlichen Städtchen Neudek Ade sagend, wandern wir auf der Reichsstrasse in mässiger Steigung weiter nördlich durch das reizende, sehr anziehende, tiefeingeschnittene Rolauthal. Zu beiden Seiten desselben erheben sich theils anmuthig bewaldete, theils waldlose, der Landwirthschaft zugängig gemachte Hügel- und Bergreihen mit gleichförmig ausgedehnten breiten Rücken und abgerundeten Kuppen. Zu unserer Rechten rauscht die Rohla. Dicht an Neudek erblicken wir rechts das »Schiesshaus«, einen beliebten Sommeraufenthalt für Einheimische und Fremde, links das grosse Eisenwerk (Siehe Sehenswürdigkeiten Neudek's). Nach kurzer Strecke sehen wir rechts ein »Gusseisenwerk« (Hochofen) (Siehe Sehenswürdigkeiten Neudek's), nach einer Biegung links das »Feigl'sche Einkehrhaus«. Gegenüber bemerken wir einzelne »Felsstücke«, die wie eine kleine Festung aus niederem Gebüsch hervorlugen. Beim »gemüthlichen Bergmann« (vulgo »beim Preussen«) zweigt am Fusse des sog. Preussenwaldes der Weg links nach Hochofen und Trinksaifen ab. In der Hauptstrasse weiter wandernd, kommen wir zur »Fuchs'schen Holzschleiferei« (Siehe Sehensw. N.); beim sog. »Hammerl« (Schmiede) überschreiten wir eine Brücke, welche die Grenzscheide zwischen Neudek, Hochofen und Neuhammer bildet. Von da biegt die Rohlau zu unserer Linken ab. An der herrsch. Bret- und Knochenmühle, dem Eiskeller vorbei erreichen wir »Hassmann's Gasthaus zur grünen Wiese«. Von da steigen wir westwärts auf den Fritzenberg, der eine schöne Aussicht über das Weichbild von Neuhammer bietet. Von letztgenanntem Gasthause benützen wir die Bezirksstrasse Neuhammer-Platten, welche sich durch das ganze Thal von Neuhammer, durch den sog. »Grund« zuerst am linken, dann am rechten Ufer des Weissbaches windet.
Das Dorf Neuhammer, 1 Stunde nördl. von Neudek, 1¼ St. südwestl. von Platten und 1 St. westl. von Bärringen, liegt auf mässig ansteigenden, einander gegenüberliegenden Bergen (Fritzenberg, Hofberg oder Eulenhof, Faunzberg, Fladererberg und oberen Neuhammer) und in den dazwischen liegenden Thälern (Rohla- und Weissbachthal) und zählt 210 Häuser mit 2200 Einwohnern, die sich von Spitzenklöppelei, Löffelfabrication, Handschuh-, Tüll- und Mullnähen, Viehzucht ernähren.
Geschichtliches. Wahrscheinlich hat Neuhammer mit der Entstehung des Bergbaues von Neudek und Umgebung gleichen Ursprung. Dass auch in Neuhammer der Bergbau betrieben wurde, beweisen die vielen Zechen- und Seifenhalden.
Weitere schöne Aussichten gewähren: der Hofberg (westl. von der Kirche), der Fladererberg, der Peintlberg (Siehe Ausflüge v. Neudek 2). (Eine Fernsicht in's flache Land ist uns auf der ganzen Partie Neudek-Neuhammer-Platten leider nicht gegönnt.)