Die Stadt zählt 5052 Einwohner und liegt an der Eger.

Gasthöfe: »Zur Sonne« am Marktplatz; »zum grünen Baum«; »zum goldenen Hirschen«.

Aemter: K. k. Bezirkshauptmannschaft; k. k. Bezirksgericht; k. k. Post- und Telegraphenamt.

Verkehrsanstalten: Buschtěhrader Eisenbahn westwärts gegen Karlsbad-Eger und ostwärts gegen Komotau und von da einerseits nach Aussig-Bodenbach, andererseits nach Prag.

Schulanstalten: Ober-Gymnasium, Ackerbauschule, Bürgerschule.

Sehenswürdigkeiten: Die Dreifaltigkeitssäule auf dem Ring; dieselbe wurde im J. 1761 errichtet. Das Rathhaus; es bestand schon zu Anfang des 15. Jahrh. und ist nach dem Brande 1811 neu wieder hergestellt worden. An der Vorderseite des Gebäudes sieht man die Wappen des Hauses Oesterreich, der Königreiche Ungarn und Böhmen und der Stadt Kaaden. Das Kloster der Elisabethinerinnen in der unteren Vorstadt am Einflusse des Brunnersdorfer Baches in die Eger, gestiftet im J. 1748. Die Kirche zu Mariä-Verkündigung nebst der darin befindlichen Kapelle zu den heil. 14 Nothhelfern und einem Franziskanerkloster ausserhalb der Stadt, ¼ St. nordwestlich am linken Ufer der Eger. Die Kapelle bestand als Wallfahrtsort schon im 14. und 15. Jahrh. und 1473 stiftete auf Anregung des Herrn Niklas von Lobkowitz die Stadtgemeinde das Kloster, dessen, sowie der Kirche vollständiger Ausbau aber erst 1662 zu Stande kam.

Geschichtliches. Der Name der Stadt rührt von einer Burg her, welche der böhmische Feldherr Kadan angeblich auf dem Felsen, wo jetzt die Kaserne steht, schon im J. 821 errichtete und nach sich benannte. Unter seinem Schutze entstanden allmählig Ansiedelungen und eine Stadt, welche im J. 1128 durch Herzog Sobieslaw mit Mauern umgeben wurde. Sonach zählt der Ort zu den ältesten Städten des Egerthales. König Přemysl Ottokar II. erhob sie zu einer königlichen Stadt. Kaiser Karl IV. verlieh ihr verschiedene Privilegien. Im J. 1421 wurde sie von den Taboriten überfallen und furchtbar verheert. Weil die Stadt im Schmalkaldischen Kriege 1547 an der Widersetzlichkeit gegen Ferdinand mit theilgenommen, wurden ihr alle Privilegien und Freiheiten bestätigt, welche ihr früher verliehen worden. Während des 30jährigen Krieges wurde Kaaden zweimal von den Schweden und zwar 1642 unter General Torstensohn und 1648 unter General Königsmark eingenommen. Grosses Unglück traf sie am 1. October 1811, an welchem Tage sie von einem furchtbaren Brande heimgesucht wurde. Das Rathhaus, die Dechantei, die Schulgebäude und 243 Häuser sammt Nebengebäuden wurden von dem entfesselten Elemente eingeäschert.

Die Umgebung der Stadt ist reizend und besuchenswerth. Die Abhänge des Egerthales sind von Warta aus bis Klösterle, ja selbst bis Kaaden grösstentheils felsig, und oft fallen die Felsmassen bis in das Flussbett steil ab und erfreuen den Touristen durch ihre mannigfaltige Gestaltung und dadurch bedingten häufigen, sehr angenehmen Wechsel der Landschaftsbilder.