Berlin,
bei Friedrich Braunes.
1807.
Adelaide.
„Ein Uhr vorbei, und noch kommen sie nicht. Wie ich immer sage: mit den artigen Stadt- und Hofmenschen, zieht man sich auch zugleich Zwang und Stöhrung seiner ordentlichen Lebensweise auf den Hals“ — sagte ziemlich verdrießlich der Landrath von Elfen zu seinem Gutsnachbar dem Baron Milken, und blickte lüstern nach den Assietten, welche in zierlicher Ordnung, mit aufgeschnittener Cervelatwurst, rohen Schinken, geräucherter pommerscher Gänsebrust, frischen Heeringen und mehr dergleichen — das Parterre der mit 24 Couverts gedeckten Tafel dekorirten.
„Sie werden wohl gleich kommen; sie haben eine kleine Stunde zu fahren;“ erwiederte mit sanfter noch um Geduld bittender Stimme die Landräthin.
„So hätten sie sich früher auf den Weg machen sollen. Unser ehrlicher Steuereinnehmer hatte zwei Stunden zu fahren, und 15 Minuten vor 10 Uhr war er hier. Mein ländlicher Magen rebellirt gewaltig, wenn mit der Mittagsglocke nicht die Suppe auf den Tisch steht. Solche Neuerungen sieht er durchaus als ein Vergehen gegen die Gott und Menschen wohlgefällige Tagesordnung an.“
„Die Comtesse wird mit ihrem Staat nicht fertig werden können,“ flisterte Carolinchen, die älteste Tochter des Landraths, ihren Freundinnen zu.