„Ich will mich dem Tode unterwerfen, rief die kleine Schwärmerin — nur laßt mich in Adelaidens Armen sterben.“
Sie stürbe, sagte Baronin Tréval, ohne alle Gefahr der Krankheit selbst — wenn man sie in einer solchen Schonung verlangenden Epoche von ihrer Freundin trennte.
Der Graf und seine Gemahlin vereinigten so herzlich ihre aufrichtigen Anerbietungen mit den Bitten ihrer geliebten Adelaide, welche schon in frühester Kindheit die Blattern gehabt, daß Mathildens Wünsche erfüllt wurden und Letztere der kleinen Gräfin Zimmer nebst ihrer Gouvernante für die bevorstehende Leidensperiode beziehen durfte.
„Meine theure Ludmilla!“ sagte die Fürstin, als sie einen heitern schönen Nachmittag das Krankenzimmer der Prinzessin am Arm der Gräfin verließ, und dem Zypressenhayn des Wallerseeschen Parks zueilte — wo in dem Tempel des Apoll eine Collation die gutmüthigen geschwätzigen Mütter erwartete. — „Meine edelste, treuste Freundin! — daß wir uns trennen mußten, unser häusliches Leben und Weben nicht ferner mit einander treiben durften, das verzeih der Himmel unsern eigensinnigen gebietenden Eheherrn! — Aber daß es nicht immer so bleiben darf, wie es jetzt ist — dies wollen wir uns in dieser Stunde, in dem heiligen Tempel der Natur, unter dem heitern blauen Himmel geloben.“
Ein Trutz- und Schutzbündniß also, gegen die Despotie unserer Gemahle! — erwiederte lächelnd Ludmilla.
„So etwas dergleichen; doch wohl verstanden: In der Manier, daß die Herren selbst nichts sträfliches an dieser Verschwörung finden können. Es ist uns beiden bekannt, welches Phantom die beiden Unglückspropheten aus der unbefangenen Ruhe unserer Kinder wegen trieb, und auch uns arme Weiber wie geängstete Rehe aufscheuchen ließ. — Ich habe — allen Egard für die unfehlbare Weisheit dieser Herren unbeschadet — des blinden Feuerlärms gelacht. Unsere Adelaide, die unschuldige kindliche Taube —!“
Auch ist mein Alexis jetzt gänzlich beruhigt und überzeugt, daß ihrem Herzen keine Gefahr drohte.
„Und Louis — o da lasse man doch den Flattersinn der Männer für dessen Heilung sorgen, wenn sein Herz je krank war. Seine zu hoffende Verbindung mit der ***schen Prinzessin, seine einstweiligen Reisen und Aufenthalt an jenem Hof — welche künftigen Winter ihren Anfang nehmen sollen — werden den zärtlichen Etourdi schon völlig zur Raison bringen.“
Nichts gewisser als das.
„Und weiß meine Freundin wohl, daß der Graf von meinem Gemahl wieder mit Bitten bestürmt werden soll — das Kommando über unsern Louis zu führen und ihn an Vaters Statt auf seinen Freiers-Zügen zu begleiten? — Wie? Sie zucken zweifelhaft die Achseln?“