bald winkt uns Wiedersehn!
— sang noch zum Schluß der Trauerkantate mit Trost gebietender Baßstimme der Kantor, und das Chor stimmte ein, als der Sarg in die Gruft der Schloßkirche gesenkt wurde.
„Bald winkt uns Wiedersehn!“ lispelte, von Thränen erschöpft, Mathilde Adelaiden leise zu. „Aber nicht erst in jenem Leben, darum erbat ich es von meinem Vater, daß die Entschlafene in die nur fürstlichen Gebeinen geweihte Ruhekammer dem großen Tage entgegen schlummern durfte. Der Sakristaner ist für mich gewonnen, er wird meine Wallfarth begünstigen.“
Versteh ich recht? — fragte mit einem brennenden von gleichem Verlangen belebten Blick Adelaide.
„Und du begleitest mich?“
Zu den Lebendigen und Todten! — Aber wie? —
„Heut noch, um Mitternacht. — Wir finden die Gruft erleuchtet, den Sarg geöffnet, und — — man beobachtet uns — nur dies noch: das Zugpförtchen über den Burggraben an der Kirchseite wird durch des ehrlichen Sakristaners Vorsorge niedergelassen bleiben. Wir Beide schleichen unbemerkt in die Halle; am Eingang der Gruft verläßt uns der Vertraute unsrer Todtenfeier.“
Und wir — allein? Ist die sonst so zaghafte Mathilde auch auf alles gefaßt — was Täuschung, nächtliche Stille und Grauen ihr vorgaukeln könnte?
„An deiner Seite — auf alles.“