Nichts, denn ein Erbschleicher werde ich nun einmal nicht, folglich auch kein Majorats-Herr.
So darf’s aber nicht bleiben, durchaus nicht! — Soll ich die mir anvertrauten Güter unrechtmäßigen Händen übergeben? — In weniger denn acht Monathen heischt meine Pflicht, sie nach dem Willen unsers verstorbenen Vaters den eigentlichen Erben abzutreten.
Und dieser eigentliche Erbe ist der Glückliche, den du mir einst zum Schwager giebst; die Verfügung ist mir bekannt.
O, des Ohnfehlbaren! Dem nur eben der wichtigste, ihn am nächsten angehende Punkt dieser Verfügung unbekannt blieb! Du hast dich dem Vaterlande wiedergegeben. — Sophie hat anders gewählt, deine Verbindlichkeit ist gehoben. — Wallersee und Tomsdorf nebst den dazu gehörigen Ortschaften und Meiereien sind dein; für meine Mitgift ist außerdem gesorgt; — und nun darfst du nach deinem Herzen wählen.
Angenommen, ich hörte auf das schmeichelnde Geschwätz deiner großmüthigen Schwesterliebe; laß selbst die wohlgemeinte Lüge in deinem Munde zur Wahrheit werden — in Rücksicht des Wählens und meiner Neigung war ich niemals glücklich.
Unter den deutschen Mädchen hast du doch wohl noch keine Beweise für diese Behauptung? —
Hm! Von meinen Angelegenheiten auf deine Umgebungen zu kommen. — Bendheim findet also keine Erhörung? — und zwar mit Recht! Der Wicht verdient dich nicht. Er schlich um mich während der zwei Tage meines Aufenthalts in der Residenz, wie eine Kröte, die sich ihres Gifts entledigen wollte. Nur das forschende Auge, die drohende Miene des Erbprinzen, welcher, wie du weißt, wegen den neuerdings eingetretenen Apoplektischen Zufällen seines Vaters zurückberufen ist, nöthigten ihn, sich mit seiner Ladung jedesmal wieder zu retiriren, wie er avancirt war. — Italien scheint ein Donnerwort zu seyn, mit dem er die Ruhe der Wallerseeschen Familie in die Luft zu sprengen vermeint.
Ich hoffe, es soll ihm nicht gelingen. Bald kommt ein Zeitpunkt, wo unsere Ruhe aufhören wird sein Spielwerk zu seyn.