Theodor trat ein und unterbrach den Erzähler der Hochburgischen Geschlechts-Vorzeit mit der Frage: Ob Adelaide noch entschlossen sey, dem Leichnam diesen Abend selbst entgegen zu fahren, und wie sie den Zug geordnet wissen wolle?
Welcher Leichnam? fragte der Landrath.
Für den die Kirche, oder vielmehr die Todtenkapelle, dekoriert wird; antwortete mit heiterer Ruhe Adelaide. Die Ueberreste unsers guten Vaters, welche in der Georgkirche in der Residenz beigesetzt wurden, sollen nun hier in der Wallerseeschen Gruft ruhen, wo sich dann nach und nach seine Familie zu ihm gesellen wird.
Ei, ei! das war ein arger Mißverstand meiner Hoffnung! statt nahe geglaubter Hochzeit ein Leichencondukt! — Ich dachte wahrhaftig, die gütige Adelaide hätte uns Vätern und auch dem schmachtenden Bräutigam die Freude machen und den Termin abkürzen wollen.
Ich darf, ich vermag es nicht — klagte diese mit bittender Stimme um Entschuldigung.
Am Ende erlebe ich es nicht einmal —
Wenn Karoline und Theodor nicht ihren Eigensinn behaupten wollten, künftige Woche schon übernähmen Sie die Offices des Brautvaters am Ehrentage der geliebten Tochter. Die Anstalten sind bald getroffen.
Nein, das ist nichts. Da haben die Menschen recht. Beide Vermählungen auf einen Tag, und sollten Theodor und Karoline bis zum nächsten Schaltjahre warten, wiewohl wir erst vor sieben Monathen den 29sten Februar geschrieben haben.
Julius und Theodor stießen ein gemeinschaftliches: das wäre zu arg! ein heilloser Termin! in auffahrender Bewegung aus.
Es bleibe beim zweiten Januar Anni futuri. Ein lieber Tag von guter Vorbedeutung, als Geburtstag der Gräfin Mutter, und der zwanzigjährigen Feier meiner glücklichen zufriednen Ehe! versicherte besänftigt der Landrath. — Wir Alten werden ja wohl nicht ungeduldiger seyn, als die jungen Verliebten.