Und Seraphine? fiel Adelaide ein. — Erfülle erst die Pflichten des Bruders, werde erst Gatte und Vater!
Zynthio schauderte. — Das Letztere nimmermehr! — Verhältnisse dieser Art haben keinen Reiz für mich.
Werde Gatte und Vater! Verfehle nicht die Bestimmung des nützlichen-redlichen Weltbürgers! Laß tragische Schwärmerei dich nicht zum seelenkranken Weichling machen. — Mein Andenken wird dir werth, ja ich hoffe, unvergeßlich seyn. Denke meiner wie einer geliebten Schwester, und sprich oft von mir mit unsrer Seraphine! — ich werde Euch nicht seltner im Hauch reiner geistiger Liebe begrüßen — einst sehen wir uns alle wieder.
Adelaide! — O Gott! Gott! — gieb mir Fassung! —
Höre mich aus. Möchte meine Stimme nicht früher sinken, als meine Seele sich ausgesprochen hat! — manches habe ich dir noch zu sagen. — Bist du gefaßt? —
Rede! rede! — ich höre den Worten eines Engels!
Doch wardst du vor einiger Zeit an mir irre! —
Dann verzeihe mir Gott diese Lästerung!
Ich verlobte mich einem Manne — die Braut des Grabes schien ihren Weg verfehlen zu wollen! — Graf Hochburg möge mir verzeihen, an ihm ward ich zur Verrätherin! — der Stunde meines Todes fast gewiß, durfte ich nicht fürchten, die Verbindung vollziehen zu müssen. Nie das Weib eines Mannes zu werden, gelobte ich meinem Herzen! — Liebe konnte ich keinem mehr geben! —