Er hörte sie nicht mehr. Aber als sie leise seine Wangen streichelte, mit harten Fingern und doch sanft und zärtlich, huschte ein seliges Lächeln über seine Züge.
»Wie schön bist du, Sidla – zauberhaft schön!«
Einmal noch seufzte er tief – streckte sich – und fiel in die Kissen.
So war er doch in Indien gestorben.
Aus dem Hintergrund hatten sich schon wiederholte Laute der Ungeduld gemeldet. Jetzt trat der Störenfried erkennbar in den Bereich der Lampe. Wie ein Arbeiter gekleidet, hektisches Rot auf den vorspringenden Backenknochen, den Stempel des Intellekts auf der tief durchfurchten Stirn. »Faxen,« rief er. »Ist halt ein schwindsüchtiger Junge umgestanden. Was ist daran schon gelegen.«
Verständnislos pflanzte er sich vor dem Jüngling auf, der, noch warm von seiner Beichte, die Schultern hochzog wie unter einem kalten Wassersturz. »Ihr seid, scheint's mir, auch so einer, der das Volk beschnüffelt, ohne von seinem Wesen das Geringste zu verstehen. Seid's Ihr schon einmal ein tschechischer Textilarbeiter gewesen? Habt's Ihr schon einmal, um einen Schandlohn, bei Frost und Hitze einen Webstuhl zehn, elf Stunden lang bedient? Wißt's Ihr, was, ehe wir gekommen sind, um ihm zu helfen, so einem armen Webermädel die Dampfpfeife bedeutet hat? Ihr Großstadtherrchen, also darüber sollt Ihr jetzt von mir etwas erfahren.«
Auf die Tischtafel gestützt, die Blicke herausfordernd auf den Deutschböhmen gerichtet, fing er an. Der geübte Redner war ihm anzumerken.