Alles richtet sich nach ihm. Daß die Eltern weggehen und daß sie wiederkommen. Daß es Samstag eine halbe Stunde früher die Suppe und die aufgewärmten Knödel gibt. Daß die Mutter dann das Zimmer aufreibt und die Kinder badet. Daß der Vater erst um Mitternacht nach Hause kommt und die Mutter prügelt, die ihm weinend vorwirft, daß er wieder den halben Wochenlohn vertrunken hat.

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Nun ist sie selber in des Zauberers Bann geraten.

Bei der Mutter, die die Fäden durch die Zeuge zieht und sie an eine neue Kette andreht, hockt die Kleine. Garnabfälle hängen ihr am Arm, und die Finger lernen Weberknoten.

Eine blasse, magere Vierzehnjährige, der der Pfiff kein Spiel mehr bedeutet.

Bald rückt sie auf, sitzt an der Spulmaschine. Wie beim Instrument die Tasten reihen sich dem samtnen Kissen Stifte an, auf denen die Bobinen stecken. Und dahinter trägt der große schräge Rahmen Spulen.

Aufgepaßt. Nicht geprudelt, nicht gefaulenzt. Geld verdienen. Aufgepaßt, daß keine Fäden reißen, daß, wenn die Bobine abgespult ist, kunstgerechte Knoten zu der neuen führen. Und daß ja der Baumwollflug nicht auf dem Kissen bleibe und den Faden schädigt.

Schwere Arbeit für die schwachen Kräfte. Aber Jugend, goldene Jugend. Über deine Brücke geht aus jedem Dunkel der Weg zu hellen Fröhlichkeiten.

Neckereien, Gelächter, Püffe rechts und links. Rasch und heimlich. Wenn ein Unberufener naht, gleich die Augen wieder ehrbar auf die Bank gerichtet. Eine Hetz'!

Und endlich pfeift sie doch, die Stunde der Erlösung. Wie dann mittags im Winter der aufgewärmte Kaffee schmeckt. Im Sommer die Handvoll Birnen und die saure Gurke.