Oh ... oh ... oh ... oooh ... jeeeh ... schreit die Pfeife.

Der Arbeitstag ist da, rennt, Leute, eilt, daß ihr der Strafe nicht verfallt!

In ihren Sonntagskleidern, ungesäubert, ungestärkt, stürzen sie den Berg hinunter, den Fluß entlang, über die Brücke, an das große Tor ...

Gerade sitzen, Piska, die Lider offen halten! Aufpassen, nichts verpatzen, Geld verdienen!

* * * * *

Piska tanzt noch immer. Aber lange Pausen legt sie zwischen jede Runde. Ihre blauen Augen liegen tief und schwarzumrändert in den Höhlen, ihre jungen Züge sind verfallen, lässig schleppt sie ihre Glieder. Sie ist krank. Doch diese Krankheit gilt nicht bei der Krankenkasse. Auch zu Hause muß sie sie verschweigen. Aus Angst vor Prügel und vor hartem Zanken.

Zwar die Mutter wurde auch erst kurz vor Piskas Ankunft Vaters Frau. Doch der Eltern eigene Verfehlung strafen sie bei ihren Kindern. Anständig soll die Tochter bleiben, Geld nach Hause bringen. Überhaupt die Piska, so ein Fratz, noch keine sechzehn. Und die Mutter selbst noch alle Jahre in der Hoffnung.

Auch der Johann ist verdrossen. Nicht wie sonst macht er sich häufig in dem Spulmaschinenraum zu schaffen. Sie ist es nun, die einen Vorwand sucht, den Websaal durchzulaufen. Aber das Getöse übertönt die Stimme. Sie zieht ihn mit sich in den Seilgang.

Nur ein Wort.

Na also – was? Wie wenn er nicht schon wüßte. Also ja, wie oft soll er es sagen. Er wird sie nehmen. Wahrscheinlich. Später, wenn sie beide mehr verdienen. Aber gleich das Haus voll Kinder. Dafür dankt er. Sucht sich lieber eine andere, die nicht so ungeschickt ist. Na – nicht gleich. Sie braucht nicht so zu weinen.