Da band der Gärtner ihn zur Strafe eines Nachts zum erstenmal in der großen Hundehütte fest. Verlassen, frierend, von Furcht und Sehnsucht fast von Sinnen, bat er unaufhörlich: »Verzeiht mir doch! Ich will ja brav sein! Kommt denn niemand? Laßt mich nicht allein!« Und unterbrach sein Winseln nur, um hämmernden Herzens, mit aufflammender und immer neu enttäuschter Hoffnung aufzuhorchen, ob die Erlösung sich nicht nahe ... Und in der nächsten Nacht derselbe Jammer ...
In den Stunden der Verzweiflung reifte langsam die Ahnung von dem Weltzusammenhang in ihm. Von der Macht des Starken. Daß der Schwache rechtlos sei und daß ihm nur eine Waffe zu Gebote stehe – die Bosheit. Er veränderte sein Wesen. Das Fellgekräusel wurde glatt, die Blicke kehrten sich nach innen, die Schnauze streckte sich und gab ihm das Aussehen eines Fuchses.
Neun Monate war er alt, als er nach dem jüngeren der Zeitungsträger schnappte.
Das Bübchen hatte sich, in dem Verlangen nach dem langentbehrten Spielgefährten, bis zum Gartenhäuschen vorgewagt. Es hielt das Knurren Bellos, dem man streng aufgetragen hatte, niemanden in die Wohnung einzulassen, für eine der beliebten Narrenpossen seines Freundes, und überschritt die Schwelle. Da biß der Hund nach ihm ... über das magere Beinchen rieselte das Blut in Tropfen ...
Der Gärtner lobte seinen treuen Wächter und belohnte ihn mit einer halben Wurst.
Bellos Erziehung war vollendet.
Unweit von mir trocknete eine junge Dame im Verborgenen eine Träne ab. »Das war eine traurige Geschichte. Armer Bello.«
Die Männer lachten. Einige im Ärger, andere belustigt.
»Meine Freundin Isabella liebt die Tiere über alle Maßen,« entschuldigte Isabellas Nachbarin.