Er lehnte in der Tiefe eines Sessels, ihr gegenüber. Er erzählte von Erlebnissen und Plänen, forschte, wie sie sich tagsüber beschäftigt habe.
Sie dachte: ist das seine Stimme? dieser gleichmäßige Klang, der niemals jäh erstickt und im Geflüster abbricht?
Er zog ein Buch aus seiner Tasche, empfahl es ihr und bot sich an, ihr daraus vorzulesen.
Sie wollte rufen: du – du – kommst du nicht zu mir?
Der Laut erstickte in der Kehle.
Er plauderte inzwischen weiter. Er wurde witzig, zuweilen wurde er sogar bedeutend.
Sie dachte: ist er es denn wirklich?
Sie fand ihr Bild nicht mehr in seinen Augen, aus seinen Zügen war jede Heimlichkeit gelöscht. Sie sagte gleichgültige Dinge. Es wurde eine angeregte Unterhaltung.
Sie wollte aufstehen, sich in seine Arme stürzen. Etwas Unüberwindliches hielt sie zurück. Die kurzen Schritte, die sie von ihm trennten, waren nicht zu überschreiten.
Sie dachte: wenn er es wirklich ist, dann hab' ich meine Liebe nur geträumt, den Mann mir gegenüber kenn' ich nicht.