»Und bist epper wieder in an Gasthaus angestellt?«

Sie machte eine unzweideutige Bewegung der Zurückweisung. Einen Kriegsbeschädigten hatte sie zum Mann genommen, sie fingen einen kleinen Handel an. Um den Tod niet wollte sie wieder den reichen Janhagel bedienen und für ein paar dubbeltje Trinkgeld »Dank je well« zu jedem Lümmel sagen. Sie stieß Aloys in die Rippen: »Nicht Aloys? Was hat man da in die großen Hotels für ein Aasen mit die Guldens anschaun müssen und ein Schlingen und Champagnersaufen, und ein paar Gassen weiter sind die armen Fischersleut' verreckt, bei Erdäpfel und Heringsschwänzen.«

Die meisten schienen sich an ihrem derben Wesen zu ergötzen. Man ermunterte sie zu weiterer Gesprächigkeit. Sie glich einer Künstlerin, die Beifall findet, gab Berufsgeheimnisse zum besten, malte die Volkssitten an ihrer Heimatküste. Bunte Farbenflecken warf sie auf eine roh gezimmerte Palette. Ich habe sie vereint zum Bilde.

Altersfrieden

Es ging ihnen gut, den Häuslersleuten im »Haus für arme Fischer«.

In Armut waren sie geboren, in Entbehrung aufgewachsen. In Sorgen hatten sie gelebt, waren in schwerer Arbeit grau geworden. Nun aber litten sie nicht Not.

Ein Dach zu Häupten und ein Lager, um den müden Leib zu betten. Ein Raum für jedes. Hoch genug, um aufrecht drin zu stehen, und breit genug, um, beide Arme ausgestreckt, die Mauern kaum zu streifen.

An der weißgetünchten Wand ein Binsenstuhl, ein kleiner Tisch. Ein halbes Dutzend Nägel ob der alten buntbemalten Truhe. Und wem das nicht genügte konnte Bretter in den Bettschrank nageln und seine Habe darin bergen.

Für ihren Magen war gesorgt.