»Das ist doch keine Liebe, das ist – das ist gehandelt wie das liebe Vieh.«
Da sprang die Vefi wütend auf sie zu.
»Sell geht Enk an Dreck an. Ös Drach'! Ös Bisgurn! Ös Bosnickl! Ös –« der Atem ging ihr aus, sie mußte sich verpusten. »Freili,« fuhr sie fort, und ihre Augen blitzten die Erschrockene ganz in der Nähe an, »Ös habts Enk leicht, habts a Geld, a kommods Leben, alle Tag' a Mehlspeis' und an Wein und a g'brat'nes Fleisch. Aber i bin an arm's Luder, muß mi von der Früh' bis auf d' Nacht rackern und schinden, hab' nie koa Gaudi net auf dera miserabligte Welt. Nix hab' i als dös bissel Liab von mei' Buabn, daß er mi auf 'n Sunntig mei' Bier zoahlt und an Tanz, und auf d' Nacht mit mi hoamgeht und mi halst und busselt, daß i siech, i bin decht a a Mensch. Wann er mi dann sagt: so viel gut bin i di, und nicht aufhört, mi zu bitten, soll i dann eppaer die G'spreizte spülln und sag'n: Tu erst beim Pfarrer die Schlüssel holen?« Sie zitterte vor Aufregung, die Tränen brannten ihr im Hals.
Klarisse war aus ihrem Gleichgewicht geworfen. Sie fürchtete, der Lärm von Vefis Stimme könne auf die Straße dringen, und suchte nur nach dem rechten Wort zu einem würdevollen Abgang.
»Sie sind so leichtsinnig und unvernünftig, daß Sie mir leid tun. Wenn Sie sich's aber noch einmal überlegen sollten ...«
Die Bäuerin ließ sie nicht zu Ende kommen.
»Da kunnts warten bis af'n Nimmermehrstag.«
Und, da das Fräulein unentschlossen dastand:
»Hiaz will i endli mei' Ruh' hab'n.«
Sie rannte zur Tür, riß sie auf: »Schauts, daß aussikimmts!« Sie machte eine deutliche Bewegung.