»Und daß Sie mir nicht wiederkommen, sonst hol' ich die Polizei, Fie Verheest läßt nicht mit sich spaßen.«
Seitdem umkreiste er den kleinen Garten. Das Verbot hatte das Verlangen aufgereizt. Was nur ein Wunsch gewesen, wurde zur Begierde.
Auch heute war das Haus verschlossen. Doch die Alte war daheim, er hörte das Klappen ihrer Holzschuhe.
Der Gedanke kam ihm: ein Fußtritt in das morsche Holz. Und so ein altes Weib ist leicht überwältigt. Erschreckt von seiner Leidenschaft lief er davon.
Noch nie hatte ihn das Wesen Huberts so abgestoßen. Das Lärmen mit dem Hund, das Fluchen über das zähe Kuhfleisch, den petroleumdurchdufteten Rosinenreis.
Als er abends heimkam und mit behaglicher Zufriedenheit seine Arbeit zeigte, einen Allerweltskanal, mit Allerweltsgeschicklichkeit breit hinuntergestrichen, fühlte Mark etwas wie Haß gegen seinen Freund.
Er selbst hatte die Stunden müßig vor sich hingebrütet. Alle seine Skizzen hatte er hervorgeholt, sie in selbstquälerischer Stimmung mißlungen und geheimnislos gefunden und an sich verzweifelt.
Sehnsucht nach dem kleinen Garten bohrte sich in seine Seele. Die Sonnenblume, zu der ihn anfangs nur Form und Farbe lockte, war ihm ein Symbol geworden. Ein Symbol der hellen Lebensfreude im grauen Einton der Alltäglichkeit.
Er sah das Leuchten ihres glühenden Gesichts, das Wiegen ihres schlanken Stengels. Ihm war, als könnte er mit diesem ungestillten Wunsch im Herzen nie mehr etwas leisten.
Es ließ ihn nicht mehr los, verfolgte ihn, während er mit Hubert den gewohnten Abendgang nach der nächsten Schenke machte; quälte ihn, während er rauchend und schweigend zwischen den rauchenden, schweigenden Bauern saß. Und auf dem Heimweg durch die stillen Wiesenstraßen besiegte es den Willen und trat als Klage auf die Lippen. Daß Mefrouw Verheests Eigensinn ihm die Arbeit töte.