Kyll (in demselben Ton): Es sieht Ihnen aus dem Gesicht, daß Sie nichts im Sinn haben als Geschäftemachen – Geldverdienen.
Broß (auffahrend): Herr, wollen Sie mich beleidigen!
Kyll (ganz unbekümmert): Wie ich hereingekommen bin, sind Sie mir deshalb aufgefallen. Ich habe mir gesagt: das ist vielleicht ein Mann, der nicht anders ist, als wie er scheint.
Broß (wieder mit mitleidiger Überlegenheit): Legen Sie darauf solchen Wert?
Kyll (ohne auf die Unterbrechung zu achten): Wie ich noch jung war, habe ich gemeint: einen Menschen, der eins mit mir ist, müßt' ich leicht für mein ganzes Leben finden. Dann bin ich bescheidener geworden. Nur für Jahre habe ich mir's verlangt – nur für Monate – für Wochen – Stunden. Jetzt habe ich auch das aufgegeben. Ich suche nach einem Menschen, der nicht doppelgesichtig ist, vieläugig, hundertzüngig. Und ich such' – ich suche. –
Broß (trivial): Sie haben sicher schlechte Erfahrungen mit Weibern gemacht, daß Sie so mißtrauisch geworden sind.
Kyll (heftig): Reden Sie mir nicht vom Weib, von diesem Trugbild unserer Phantasie.
Broß (ordinär): Da haben Sie recht. Was Frauenzimmer heißt, lügt und betrügt.
Kyll: Doch nicht mehr als der Mann. Es ist nur sein tragisches Verhängnis, daß es der Gipfelpunkt der Mannesillusionen ist. Immer wieder – immer wieder glaubt er in fiebernder Erregung an die Erfüllung seiner höchsten Sehnsucht, an das Zu-eins-verschmelzen mit einem zweiten Wesen. Und weiß doch – müßte es doch wissen – daß es in wenigen Sekunden für ihn ein anderes sein wird – ein fremdes, das ihn belästigt.
Broß (mit gemeinem Auflachen): Also – was das betrifft ...