Er wendet sich beinahe ungezogen ab. Aber das Fluidum, das von ihr zu ihm hinüberströmt, dringt ihm in alle Poren. Sie zwingt ihn zu sich, wie durch Zauber. Er sieht das Blut in ihren Adern kochen, er sieht, wie die Wünsche in ihr auf und nieder steigen. Das Idiom der Zungen würde sie wahrscheinlich trennen. Ohne Worte verstehen sie einander gleich.

»Du,« sagt sie zu ihm; »du!«

Es trifft ihn wie ein Kuß.

Und ohne seine Antwort abzuwarten, fährt sie fort: »Mir ist, als kenne ich dich lange. Du gefällst mir. Sehr gefällst du mir.«

Von ihrer Liebkosung entzündet, wehrt er sich gegen ihre buhlerische Zärtlichkeit. »Was sprichst du so zu mir, dem Fremden, und sitzest doch an der Seite deines Ehemannes?«

Sie hebt verächtlich ihre Achseln. »Ehemann? Richtig; das ist wohl einer seiner Namen. Er hat noch andere. Phil und John und Will. Ich mußte ihm alle geben, als ich mich ihm verkaufte. Mich frei von Elend und von Schande kaufte, frei für Luxus, Glanz und Liebe.« Wie ein Schlänglein läuft ihre rote Zungenspitze über die weißen, spitzen Zähne. »O wie ich hungere nach Liebe!«

Die Musikanten stimmen nach kurzer Unterbrechung wieder ihre Instrumente. Über abgerissene Akkorde, die nur auf Tonika und Dominante stehen, hebt sich die sentimentalisch süße Melodie. Der Tenor, ein tiefbrauner Bursche von quecksilberner Beweglichkeit, beklagt die Launenhaftigkeit seiner Geliebten.

»Dimmi, dimmi nenella mia bella  
pechè staje affaciate? pechè?«

Er bettelt um ein gutes Wort:

»Quanno me dice che me vuó bene 
tutte le pene me faie scordà.«