Die Arme zu einer Huldigung gerundet, die allen Damen dieses Kreises gilt, lockt er sein Mädchen zum verliebten Stelldichein. Und seine ungeschulte aber weiche Stimme tremuliert heftig in der Übertreibung seines feurigen Gefühls.

»Si tu nenella mia viene comme
Uh! quanta cose t'aggio a di cantanno
Jo! quanta cose t'aggio a fai sapè.«

Ein Hauch von Lust fächelt die Gesellschaft, die, von der Höhenluft erregt, sich nach reichem Mahl zu müßiggängerischem Tändeln hier zusammenfindet. Schultern drängen sich näher aneinander, heiße Finger streifen sich, Fußspitzen begrüßen sich in heimlicher Begegnung.

Den Einsamen in seinem Winkel überkommt die weiche Stimmung, von der er sich doch sagt, daß sie eine Täuschung seiner müden Sinne ist; die Sehnsucht nach einem zweiten, dem er sein Ich verschmilzt, um es reiner und erhöhter wieder zu empfangen.

Von drüben fliegt der Spott wie scharfe Pfeile auf ihn zu. »Du Tor spekulierst und grübelst: und das heiße Leben rauscht an dir vorbei. Greif' zu! Genieße!«

»Und meine Seele?«

Rasch läuft das Schlänglein ihrer roten Zunge über den vorgewölbten Mund. »Sorgst du um deine Seele? Armer Narr! So hast du das Weib der großen Seligkeit noch nie besessen. Wie? Das Wunder, daß zwei Menschen miteinander in dem Nichts vergehen, aus dem sie einmal herausgekommen sind, wäre nichts als ein Gefühl der Haut? Und wo bliebe denn die Seele in dem rätselhaften Augenblick, in dem die Körper außer sich, über sich hinaus geraten? Ins Uferlose, Unbegrenzte, außer Zeit und Raum, ohne Anfang, ohne Ende, nur Wonne und geniale Ahnung, wie sie Gott durchschauert haben mögen, da er die Welt erschuf.«

Er, innerlich gefangen, wehrt sich in den Maschen ihres Netzes. »Schlange! Kluge! Listige! Was versuchst du mich zu lügender Erkenntnis?«

Um die rotgrüne Musikanteninsel kräuselt eine lärmende Bewegung. Kastagnetten begleiten den Klang von Geige, Cello, Tamburin und Mandoline. Und indem die Italiener ihre Instrumente streichen, schütteln, zupfen, singen sie zu gleicher Zeit und drehen sich in kecken Sprüngen. Eine wilde Tarantella, wie sie das Volk an seinen Festen tanzt.

»Jammo a bedere nterra a l'arena,
mento che spanfia la luna, li
pescatore de Merglina.«