Sieg! Triumph! Er hat den Ring der ewig gleichen Wiederkunft gesprengt. Er kann wunschlos eingehen in Nirwana.
Von dem inneren Kampf zerbrochen, geht er langsam zu der Ausgangstür und faßt die Klinke. Ein Blick noch, wie ihn der Abscheidende den Erdendingen zuwirft, bevor er sie verläßt ...
Das Bild hat sich verändert. Die Italiener sind in den Tanzsaal übersiedelt und locken mit dem wiegenden Dreivierteltakt eines schmeichlerischen Wiener Walzers. Und schon naht einer, der sich vor der Frau mit den rostbraunfarbigen Haaren tief verbeugt und dem sie die Gunst gewährt, sie minutenlang an sich zu drücken.
Der Mann, der bereit ist, sich von der Erbsünde zu lösen, macht eine hastige Gebärde zu den beiden hin. Noch einmal in den Fängen seiner Menschlichkeit. Und die Unruhe, die ihn durchrüttelt, entwurzelt in ihm einen schrecklichen Verdacht.
Wie, wenn ihn die Erkenntnis äffte? Wenn die Wahrheit, der den Schleier abzureißen er sich vermaß, sich ihm nur um so undurchdringlicher verhüllte? Und gerade dieses sein ewig wiederholtes Fatum bliebe: zu verdammen, was er heiß ersehnt? Kraftlos vor dem Entschluß zurückzuweichen und einem Kühneren das Glück zu überlassen, das in der Phantasie schon sein gewesen ist?
Der Angstschweiß bricht ihm aus. Alles wankt und schwankt um ihn herum.
Eine leise Stimme will ihn trösten: »Es ist deine Jugend, die sich gegen dieses letzte Opfer bäumt.«
Er glaubt sich nicht. Er hat das Vertrauen zu sich verloren. Und sagt sich mit wehmütiger Bitterkeit: »So werde ich die Probe machen müssen.« Drückt die Klinke nieder. Und geht durch Nebel und Verlassenheit an den See zurück.
... Hinter ihm lachen die Violinen.