Eines Morgens kam ich zum Doktor, und er empfing mich so: „Hören Sie einmal, Gale! Sie wissen, ich habe für die States nicht viel übrig. Das Land hat aufgehört, jenes freie Land der Vorkriegszeit zu sein. Der Krieg für die Freiheit andrer Völker hat es völlig verdorben. Da ist zu viel Regieren, zu viel Kommandieren, zu viel Verbieten, zu viel Gesetze, und es wimmelt von Beamten. Es ist eine große Kinderbewahranstalt geworden. Ein Grund mehr unter vielen, warum ich nie zurückkehre. Aber jetzt habe ich eine wichtige Reise dorthin zu unternehmen, ich habe etwas zu kaufen, ein paar Bücher, hinter denen ich seit Jahren herjage. Seien Sie doch so gut, und ziehen Sie während meiner Abwesenheit in meine Höhle. Wenn ich die Bude unbewohnt lasse, finde ich weder ein Dach noch eine Kaffeetasse wieder, wenn ich heimkomme.“

„Gar keine Frage, Doktor, natürlich ziehe ich rüber,“ sagte ich.

„Das ist recht. Nehmen Sie mein Pferd und holen Sie Ihr bißchen Gelumpe her. Bei Ihnen bricht man nicht ein, da ist nicht viel zu holen.“ Er lächelte. Mein Haus hatte er zwar nie gesehen, aber ein Indianer hatte ihm offenbar erzählt, daß es nur eine Grashütte sei.

Nachdem ich meine Brocken herübergebracht hatte, setzte er sich aufs Pferd und trabte zur Station, wo er das Pferd bei einem Farmer unterstellen konnte. Als er etwa fünfzig Schritte geritten war, drehte er sich um und rief: „Vergessen Sie nicht, die Eier aus den Nistkörben zu nehmen, und melken Sie die Kühe. Sie können nicht verhungern. Sie finden alles, was Sie benötigen, in den Kisten.“

Ein paar Stunden lungerte ich um das Haus herum, um mich zurechtzufinden für alle Fälle. Im Laufe des Spätnachmittags kam ich an seine Bibliothek, die sich in einem roh gearbeiteten Schrank befand.

Die Mehrzahl der Bücher handelte von den alten mexikanischen Völkern, deren Geschichte, Zivilisation und Religion. Viele der Bücher waren mit Bildern und Karten ausgestattet. Da waren Bücher und unveröffentlichte Handschriften, die bis zum 16. und 17. Jahrhundert zurückreichten. Diese Bibliothek war ein Vermögen wert, und der Doktor ließ sie in meiner Obhut, ohne sie auch nur zu erwähnen, als ob es sich um Werke handle, die man in jedem Laden kaufen könne.

Ich lebte nun in diesem Wunderlande seit vielen Jahren. Ich hatte mit Indianern gelebt, die nicht wußten, was eine Geldmünze bedeutet, die mir zwei große schwarze Diamanten anboten für meinen Jagdrevolver, den ich aber nicht entbehren konnte, weshalb ich ihnen statt dessen zweihundert Pesos in blankem Golde bot. Das lehnten sie aber ab und erklärten das Geld für wertlos. Viel hatte ich in jenen Jahren gelernt über das Land, seine Reichtümer, seine weißen und kupferfarbenen Bewohner, deren Zukunftsaussichten und Entwicklungsmöglichkeiten.

Doch von der Vergangenheit des Landes und seiner Bewohner wußte ich nichts.

Eine neue Welt steigt auf

Ich stürzte über jene Bücher her, wie man nur kann, wenn man Monate und Monate kein Buch gesehen und plötzlich Bücher zur unbeschränkten Verfügung hat, die zu lesen man seit Jahren ersehnte.