Die Häuser schlossen nun ihre Sitzungen; sie wurden nicht prorogirt, sondern nur vertagt, damit sie bei ihrem nächsten Zusammentritt die Geschäfte genau in dem Stande wieder aufnehmen könnten, wie sie dieselben verlassen hatten[57].

[52.] London Gazette, June 18. 1685; Lords’ and Commons’ Journals, June 13. & 15.; Holländische Depesche vom 16.(26.) Juni.

[53.] Oldmixon hat unrecht, wenn er sagt, daß Fenwick die Bill überreichte. Aus den Protokollen ergiebt sich, daß sie durch Lord Ancram überreicht wurde.

[54.] Commons’ Journals, June 17, 18 & 19. 1685; Reresby’s Memoirs.

[55.] Commons’ Journals, June 19. 29. 1685; Lord Lonsdale’s Memoirs. 8. 9.; Burnet I. 639. Die Bill ist in ihrer durch den Ausschuß abgeänderten Fassung in Fox’ Geschichtswerke Anh. III. zu finden. Wenn Burnet’s Bericht genau ist, so waren diejenigen Vergehen, welche die amendirte Bill nur als Civilvergehen bestraft wissen wollte, in der ursprünglichen Bill als Kapitalverbrechen behandelt.

[56.] 1 Jac. II. c. 17. Lords’ Journals, July 2. 1685.

[57.] Lords’ and Commons’ Journals, July 2, 1685.

Monmouth’s Empfang in Taunton. [Während] das Parlament auf strenge Gesetze gegen Monmouth und seine Anhänger sann, fand er in Taunton eine Aufnahme, die ihn wohl zu der Hoffnung berechtigen konnten, daß sein Unternehmen gelingen werde. Taunton war wie viele andere Städte im südlichen England damals viel bedeutender als gegenwärtig. Diese Städte sind zwar nicht kleiner und ärmer geworden, im Gegentheil, sie sind mit wenigen Ausnahmen jetzt größer und reicher, besser gebaut und besser bevölkert als im siebzehnten Jahrhundert. Aber trotz dieser positiven Fortschritte haben sie doch relativ an Bedeutung verloren. Sie sind von den Fabrik- und Handelsstädten im Norden, welche zu den Zeiten der Stuarts kaum erst anfingen, als Sitze des Gewerbfleißes bekannt zu werden, in Reichthum und Volkszahl weit überflügelt worden. Als Monmouth in Taunton einzog, war diese Stadt ein ungemein blühender Ort; seine Märkte waren mit Allem reichlich versorgt und seine Wollenmanufactur weit und breit berühmt. Die Bevölkerung rühmte sich, in einem Lande zu leben, wo Milch und Honig flössen, und diese Sprache führten nicht nur die parteiischen Eingebornen, sondern auch jeder Fremde, der den schönen Thurm von St. Maria Magdalena bestieg, gestand es zu, daß er zu seinen Füßen das fruchtbarste Thal Englands erblicke. Die Umgegend war reich an Obstgärten und grünen Wiesen, zwischen denen in lieblicher Fülle und Abwechselung Edelhöfe, Hütten und Dorfkirchen zerstreut lagen. Die Einwohner der Stadt waren schon seit langer Zeit für die presbyterianische Gottesverehrung und die Whigpolitik eingenommen; in dem großen Bürgerkriege hatte Taunton durch alle Wechselfälle fest zum Parlament gehalten, war zweimal von Goring hart belagert und zweimal durch Robert Blake, den nachmaligen berühmten Admiral der Republik, mit heldenmüthiger Tapferkeit vertheidigt worden. Ganze Straßen wurden durch die Bomben und Granaten der Kavaliere in Brand geschossen; der Mangel an Lebensmitteln wurde so groß, daß der entschlossene Commandant schon die Absicht angekündigt hatte, die Besatzung auf Pferdefleisch­rationen zu setzen; aber weder Feuer noch Hunger hatten den Muth der Stadt brechen können[58].

Die Restauration hatte in den Gesinnungen der Bewohner von Taunton nichts geändert. Sie hatten nach wie vor das Jahresfest des glücklichen Tages gefeiert, an welchem die königlichen Truppen ihre Belagerung aufgehoben, und ihre starre Anhänglichkeit an die alte Sache hatte in Whitehall so große Besorgniß und so heftigen Groll erregt, daß auf königlichen Befehl ihr Wallgraben ausgefüllt und die Wälle bis auf den Grund zerstört worden waren[59]. Der puritanische Geist war bei ihnen durch die Lehre und das Beispiel eines der berühmtesten Dissenter­geistlichen, Joseph Alleine’s, in seiner ungeschwächten Kraft erhalten worden. Alleine war der Verfasser eines Tractats, betitelt: An Alarm to the Unconverted, das noch jetzt in England wie in Amerika populär ist. Aus dem Kerker, in den er von den siegreichen Kavalieren geworfen wurde, schrieb er an seine lieben Freunde in Taunton viele Briefe, welche den Geist einer wahrhaft heldenmüthigen Frömmigkeit athmeten. Sein Leib welkte unter dem Einflusse der Studien, Anstrengungen und Verfolgungen bald dahin; sein Andenken aber ward von Denen, die er ermahnt und unterrichtet hatte, noch lange mit außerordentlicher Liebe und Verehrung bewahrt[60].

Die Kinder der Männer, welche vierzig Jahre früher auf den Wällen von Taunton gegen die Royalisten gekämpft hatten, bewillkommneten jetzt Monmouth mit lauten Ausbrüchen der Freude und Zuneigung. Jede Thür und jedes Fenster war mit Girlanden bekränzt. Niemand zeigte sich auf den Straßen, ohne einen grünen Zweig, als Zeichen der Volkssache, am Hute. Die Töchter der angesehensten Familien verfertigten Fahnen für die Insurgenten. Von diesen Fahnen war besonders eine mit den Zeichen der königlichen Würde prächtig gestickt und wurde Monmouth durch einen Zug junger Mädchen überreicht. Er nahm das Geschenk mit der ihm eigenen liebenswürdigen Artigkeit an. Die Dame, welche den Zug anführte, beschenkte ihn außerdem noch mit einer kostbaren kleinen Bibel, die er mit einem Zeichen von Ehrfurcht in Empfang nahm. „Ich komme,“ sagte er, „um die in diesem Buche enthaltenen Wahrheiten zu vertheidigen und sie, wenn es sein muß, mit meinem Blute zu besiegeln[61].“