In ganz andrer Stimmung, war Ferguson. Dieser Mann verband mit seiner Verworfenheit merkwürdigerweise eine maßlose Eitelkeit, die fast an Narrheit grenzte. Der Gedanke, daß er einen Aufstand herbeigeführt und eine Krone verliehen, hatte ihm den Kopf verrückt. Er stolzirte, das entblößte Schwert über dem Kopfe schwingend, umher, und rief den Zuschauern, die sich versammelt hatten, um die Armee von Taunton abmarschiren zu sehen, in prahlerischem Tone zu: „Seht mich an! Ihr habt von mir gehört. Ich bin Ferguson, der berühmte Ferguson, der nämliche Ferguson, für dessen Kopf so viele Hundert Pfund geboten worden sind.“ Und dieser zugleich characterlose und halb verrückte Mensch beherrschte den Verstand und die Überzeugung des unglücklichen Monmouth[66].

[62.] Wade’s Confession; Goodenough’s Confession, Harl. MS. 1151; Oldmixon, 702. Ferguson’s Ableugnung verdient keinen Glauben. Eine Abschrift der Proklamation befindet sich in den Harl. MS. 7006.

[63.] Abschriften von den drei letzten Proklamationen befinden sich im Britischen Museum, Harl. MS. 7006. Die erste habe ich nie gesehen, aber sie wird von Wade erwähnt.

[64.] Grey’s Narrative; Ferguson’s MS.; Eachard III. 754.

[65.] Persecution exposed, by John Whiting.

[66.] Harl. MS. 6845.

Sein Empfang in Bridgewater. [Bridgewater] war eine von den wenigen Städten, welche noch einige whiggistische Beamten hatten. Der Mayor und die Aldermen kamen in ihrer Amtstracht, um den Herzog zu begrüßen, gingen in Prozession vor ihm her bis zum Hohen Kreuze und proklamirten ihn hier zum König. Seine Truppen fanden vortreffliche Quartiere und erhielten von den Bewohnern der Stadt und Umgegend Alles, was sie brauchten, für wenig oder gar kein Geld. Er selbst nahm seine Residenz im Schlosse, welches vormals oft mit königlichen Besuchen beehrt worden war; auf der umliegenden Ebene schlug die Armee ein Lager auf. Sie bestand jetzt aus ungefähr sechstausend Mann und hätte leicht auf die doppelte Anzahl gebracht werden können, wenn es nicht an Waffen gefehlt hätte. Der Herzog hatte vom Festlande nur einen geringen Vorrath von Piken und Musketen mitgebracht; daher hatten viele von seinen Leuten keine anderen Waffen, als solche, die sie sich aus den von ihnen beim Acker- und Bergbau gebrauchten Werkzeugen verfertigen konnten. Die furchtbarste von diesen rohen Kriegswaffen bestand aus einer Sensenklinge, welche am Ende einer starken Stange der Länge nach befestigt war[67]. Die Unterconstabler der Umgegend von Taunton und Bridgewater erhielten Befehl, überall nach Sensen zu suchen und was sie davon auftreiben konnten, ins Lager zu bringen; aber selbst durch diese Maßregel war es nicht möglich, dem Bedarf zu genügen, und eine Menge Leute, die sich einreihen lasen wollten, mußten zurückgewiesen werden[68].

Das Fußvolk wurde in sechs Regimenter eingetheilt. Eine große Anzahl der Freiwilligen hatten in der Miliz gedient und trugen noch ihre rothen oder gelben Uniformen. Die Reiterei war etwa tausend Mann stark, aber die meisten von ihnen hatten nur rohe junge Pferde, wie sie damals in großen Heerden in den Marschen von Somersetshire gezogen wurden, um die Hauptstadt mit Kutschpferden und Karrengäulen zu versehen. Diese Thiere waren so untauglich für den Militairdienst, daß sie noch nicht einmal dem Zaume gehorchten und sobald sie einen Schuß oder Trommelwirbel hörten, nicht mehr zu regieren waren. Monmouth selbst hatte eine kleine Leibgarde von vierzig wohlbewaffneten und gutberittenen jungen Männern, die sich auf ihre eigenen Kosten ausgerüstet hatten. Die Bewohner von Bridgewater, welche durch einen blühenden Küstenhandel wohlhabend geworden waren, unterstützten ihn mit einer kleinen Summe Geldes[69].

[67.] Eine dieser Waffen ist noch im Tower zu sehen.

[68.] Grey’s Narrative; Paschall’s Erzählung im Anhange zu Heywood’s Vindication.