[74.] Barillon, 6.(16.) Juli 1685; Scotts Vorrede zu Albion and Albanius.
[75.] Abingdon an Clarendon, vom 29. Juni 1685; Life of Philip Henry, by Bates.
[76.] London Gazette. June 22 & 25. 1685; Wade’s Confession; Oldmixon, 703; Harl. MS. 6845.
Sein Plan auf Bristol. [Bis] hierher scheint er zu keinem andren Zwecke von Ort zu Ort gezogen zu sein, als um Truppen zu sammeln; jetzt aber wurde es nöthig, daß er einen Plan für seine militairischen Operationen entwarf. Seine erste Idee war, sich Bristols zu bemächtigen, denn viele von den angesehensten Bewohnern dieser bedeutenden Stadt waren Whigs. Eine der Verzweigungen des Whigcomplots hatte sich bis dahin erstreckt, und die Besatzung bestand nur aus Milizen von Gloucestershire. Wenn Beaufort mit seiner bäuerlichen Mannschaft überwältigt werden konnte, ehe die regulären Truppen ankamen, so befanden sich die Rebellen mit einem Male im Besitz reicher Geldmittel; dadurch mußte das Vertrauen zu Monmouth’s Waffen gehoben und seine Freunde im ganzen Lande ermuthigt werden, sich für ihn zu erklären. Bristol hatte Befestigungen, die allerdings auf der Nordseite des Avon gegen Gloucestershire hin schwach, im Süden gegen Somersetshire aber weit stärker waren. Es wurde daher beschlossen, den Angriff auf der Nordseite zu unternehmen. Zu dem Ende aber mußte man einen Umweg machen und bei Keynsham über den Avon gehen. Die Brücke bei Keynsham war jedoch von der Miliz theilweis zerstört worden und im Augenblicke ungangbar. In Folge dessen wurde eine Abtheilung vorausgeschickt, um die nöthigen Reparaturen vorzunehmen. Die anderen Truppen folgten langsamer und machten am Abend des 24. Juni in Pensford Halt, um auszuruhen. Hier waren sie nur noch fünf Meilen von der Südseite von Bristol entfernt; bis zur Nordseite aber, zu der man nur auf dem Umwege über Keynsham gelangen konnte, war noch ein starker Tagemarsch.[77]
Diese Nacht befand sich Bristol in geräuschvoller Aufregung und gespannter Erwartung. Die Anhänger Monmouth’s wußten, daß er fast unter den Mauern der Stadt war, und glaubten, daß er noch vor Tagesanbruch bei ihnen sein werde. Etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang brach auf einem am Kai vor Anker liegenden Kauffahrteischiffe Feuer aus. Ein solcher Vorfall mußte in einem mit Schiffen angefüllten Hafen nothwendig große Bestürzung hervorrufen. Der ganze Strom war in Bewegung, das Volk wogte durch die Straßen und es ließen sich in der Dunkelheit und Verwirrung aufrührerische Rufe vernehmen. Whigs und Tories behaupteten nachher, das Feuer sei von Monmouth’s Freunden in der Hoffnung angelegt worden, daß, während die Milizen damit beschäftigt waren, das Umsichgreifen des Brandes zu verhindern, das Rebellenheer einen kühnen Handstreich wagen und von der Südseite her in die Stadt eindringen könnten. Wenn dies wirklich der Plan der Brandstifter war, so hatten sie sich stark verrechnet, denn Beaufort ließ seine Truppen die ganze Nacht um die schöne Kirche St. Mary Redcliff, auf der Südseite des Avon, unter den Waffen stehen, anstatt sie an den Kai zu senden. Er sagte, er wolle eher ganz Bristol niederbrennen sehen, ja es selbst niederbrennen, als daß er es von Landesverräthern nehmen ließ. Mit Hülfe einer regulären Reiterei, welche vor wenigen Stunden von Chippenham aus zu ihm gestoßen war, konnte er einen Aufstand verhindern; wahrscheinlich aber würde es seine Kräfte überstiegen haben, zu gleicher Zeit die Mißvergnügten in der Stadt im Schach zu halten und einen Angriff von Außen abzuwehren. Doch es erfolgte kein solcher Angriff. Das Feuer, welches in Bristol so große Aufregung hervorgerufen, wurde in Pensford deutlich gesehen. Monmouth hielt es jedoch nicht für rathsam, seinen Plan zu ändern; er blieb bis Sonnenaufgang ganz ruhig und marschirte dann nach Keynsham, wo er die Brücke bereits reparirt fand. Er beschloß, seiner Armee den Nachmittag Ruhe zu gönnen und mit Einbruch der Dunkelheit nach Bristol weiter vorzurücken.[78]
[77.] Wade’s Confession.
[78.] Wade’s Confession; Oldmixon, 703; Harl. MS. 6845; Ansprache Jeffrey’s an die große Jury von Bristol, am 21. Sept. 1685.
Er giebt den Plan auf Bristol auf. [Aber] es war zu spät. Die königlichen Truppen waren ganz in der Nähe. Der Oberst Oglethorpe stürmte an der Spitze von ungefähr hundert Mann Leibgarden nach Keynsham, zerstreute zwei Reitertrupps der Rebellen, die sich ihm entgegenwarfen, und zog sich wieder zurück, nachdem er ihnen großen Schaden zugefügt, selbst aber nur unbedeutenden Verlust erlitten hatte. Unter diesen Umständen wurde es für nöthig erachtet, den Angriffsplan auf Bristol aufzugeben.[79]
Aber was war nun zu thun? Verschiedene Pläne wurden vorgeschlagen und berathen. Es wurde beantragt, Monmouth solle nach Gloucester eilen, dort über den Severn gehen, die Brücke hinter sich abbrechen und so, auf der rechten Flanke vom Flusse geschützt, durch Worcestershire nach Shropshire und Cheshire marschiren. Er war früher einmal durch diese Grafschaften gereist und daselbst mit der nämlichen Begeisterung aufgenommen worden, wie in Somersetshire und Devonshire. Sein Erscheinen regte den Eifer seiner alten Freunde ohne Zweifel von neuem an und seine Armee konnte binnen wenigen Tagen auf das Doppelte ihrer gegenwärtigen Stärke anwachsen.
Bei genauerer Überlegung zeigte es sich jedoch, daß dieser Plan, so vortrefflich er zu sein schien, unausführbar war. Die Rebellen waren für solche Märsche, wie die eben ausgeführten, zu schlecht mit Fußbekleidung versorgt, und das tägliche Waten durch tiefen Schmutz unter heftigen Regengüssen hatte sie erschöpft. Da sie ohne Zweifel bei jedem Haltorte durch die feindliche Reiterei beunruhigt und aufgehalten werden würden, durften sie nicht hoffen, Gloucester zu erreichen, ohne von dem Hauptcorps der königlichen Truppen eingeholt und unter den ungünstigsten Umständen zu einer Hauptschlacht gezwungen zu werden.