Hierauf wurde vorgeschlagen, in Wiltshire einzurücken. Personen, welche diese Grafschaft zu kennen behaupteten, versicherten den Herzog, es würden dort so ansehnliche Verstärkungen zu ihm stoßen, daß er unbedenklich eine Schlacht annehmen könnte.[80]

Er befolgte diesen Rath und wendete sich nach Wiltshire. Die erste Stadt, die er aufrief, war Bath. Aber Bath hatte eine starke königliche Besatzung und Feversham rückte in Eilmärschen heran. Die Rebellen machten daher keinen Angriffsversuch auf die Wälle, sondern eilten weiter nach Philip’s Norton, wo sie am Abend des 26. Juni Halt machten.

Feversham verfolgte sie dahin, und am frühen Morgen des 27. Juni wurden sie durch die Nachricht erschreckt, daß er ihnen auf den Fersen sei. Sie ordneten sich nun und besetzten die nach der Stadt führenden Hecken.

Bald darauf erschien die Vorhut der königlichen Armee, bestehend aus etwa fünfhundert Mann unter dem Commando des Herzogs von Grafton, eines jungen Mannes von großer Kühnheit aber rauhen Manieren, der wahrscheinlich gern zeigen wollte, daß er an den unloyalen Plänen seines Halbbruders keinen Theil habe. Grafton befand sich bald in einer tiefliegenden Gasse, mit Zäunen zu beiden Seiten, von denen aus ein höchst unangenehmes Musketenfeuer unterhalten wurde.

[79.] London Gazette, June 29. 1685; Wade’s Confession.

[80.] Wade’s Confession.

Gefecht bei Philip’s Norton. [Er] rückte indessen muthig vor bis ans Thor von Philip’s Norton. Hier fand er den Weg durch eine Barrikade versperrt, von welcher er mit einem dritten Feuer in die volle Fronte empfangen wurde. Setzt verloren seine Leute den Muth und ergriffen eiligst die Flucht. Ehe sie aus dem Hohlwege herauskamen, waren mehr als hundert von ihnen getödtet oder verwundet. Dem Herzoge von Grafton war von einer feindlichen Reiterabtheilung der Rückzug abgeschnitten; aber er schlug sich tapfer durch und kam glücklich davon.[81]

Die so zurückgeworfene Vorhut zog sich auf das Hauptcorps der königlichen Truppen zurück. Die beiden feindlichen Heere standen einander ganz nahe gegenüber und es wurden einige Schüsse gewechselt, die wenig oder gar keine Wirkung hatten. Auf keiner Seite war man zu einer ordentlichen Schlacht geneigt. Feversham wollte erst die Ankunft seiner Artillerie abwarten und zog sich deshalb nach Bradford zurück; Monmouth verließ mit Einbruch der Dunkelheit seine Stellung, marschirte südwärts und erreichte bei Tagesanbruch Frome, wo er Verstärkung zu finden hoffte.

Frome war seiner Sache zwar eben so eifrig zugethan als Taunton und Bridgewater, konnte aber nichts zu seiner Unterstützung thun. Die Bevölkerung hatte sich einige Tage zuvor erhoben und Monmouth’s Erklärung war auf dem Marktplatze angeschlagen worden; aber die Nachricht von diesem Aufstande war dem Earl von Pembroke zugekommen, der in geringer Entfernung mit der Miliz von Wiltshire stand; er war augenblicklich nach Frome marschirt, hatte einen Haufen Landleute, die sich mit Sensen und Heugabeln ihm widersetzen wollten, in die Flucht geschlagen, war in die Stadt eingerückt und hatte die Bewohner entwaffnet. Es gab daher dort keine Waffen mehr und Monmouth war nicht im Stande, solche zu liefern.[82]

[81.] London Gazette, July 2. 1685; Barillon, 6.(16.) Juli; Wade’s Confession.